22.06.26, 01:19
Mein Saisonstart 2026: Von Keimboxen, dem XXL-Traumdach und Alpakas!
Hallo zusammen,
nachdem ich gefühlt der absolute Nachzügler hier im Forum bin, möchte ich euch heute auch endlich mal ein Update zu meiner aktuellen Tomatensaison geben.
Die Anzucht: Später Start & Luxusprobleme
Los ging es bei mir dieses Jahr erst am 20.03. – damit war ich gefühlt der Letzte hier im Forum. Ich habe mich dieses Jahr für die Keimbox-Methode in flachen Tupperdosen entschieden. Die Strategie war: Erst die frischen Samen rein, und sobald Platz frei wurde, wanderten die älteren Samen nach.
Weil ich mich bei der gigantischen Auswahl - Dank des Forums - an tollen Sorten einfach absolut nicht entscheiden konnte, ist das Ganze etwas eskaliert. Das Ende vom Lied: Der Keimerfolg war so überwältigend gut, dass ich nun ein echtes Luxusproblem habe – es sind viel mehr Pflanzen geworden, als ich eigentlich Platz im Garten und Zeit zur Pflege habe!
Mein diesjähriger Fokus liegt ganz klar auf den dunklen Tomaten. Letztes Jahr habe ich nämlich extrem gute Erfahrungen mit Antho-Sorten gemacht – insbesondere mit drei blauen Sorten. Die waren bei mir im Garten der absolute Hammer und wurden erst als allerletzte von der Braunfäule befallen, als rundherum schon fast alles platt war. Deshalb habe ich dieses Jahr bei der Sortenwahl gezielt in diese Richtung aufgestockt.
Ein kleiner Wermutstropfen: Rund 20 Sorten wollten leider gar nicht keimen, auch nicht nach vielen Wochen. Und das, obwohl ich sie zuvor extra einen Tag in Wasser und einen Tag in Nitritpökelsalz eingeweicht hatte. Aber gut, bei der Masse an Pflanzen, die es geschafft haben, fällt das kaum ins Gewicht.
Das Bauprojekt: Mein neues XXL-Tomatendach
In die Planung dieses Daches habe ich unheimlich viel Zeit gesteckt. Um das Ganze statisch und konstruktiv sauber hinzubekommen, habe ich mir dieses Mal eine KI zu Hilfe genommen – und ich muss sagen, ich habe dadurch extrem wertvolle Tipps für die detaillierte Planung und die Bewerkstelligung des gesamten Projektes bekommen. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an lustiger Mann und Grill Fan für eure tollen Anregungen hier aus dem Forum!
Heute vor genau einer Woche ist das Dach endlich fertig geworden. Alles in allem hat der Bau allerdings deutlich länger gedauert als ursprünglich geplant.
Für die Heimwerker unter euch hier die Daten und Details zur Konstruktion:
Hätte ich vorher gewusst, was das für ein absolutes Geficke mit den gebrauchten Kunststoffpaneelen wird, hätte ich mir ohne zu zögern neue Hohlkammerplatten gekauft! Ich hatte mir die Paneele über Kleinanzeigen kostenlos zur Abholung besorgt. Die Ernüchterung kam schnell: Teilweise sind die Dinger schon ordentlich vergilbt, nicht mehr ganz komplett transparent und in sich verzogen.
Die Paneele sind jeweils 20 cm breit und werden eigentlich ineinandergeschoben. In der Realität war das ein einziger, extrem zeitraubender Kampf. Das erste Viertel des Daches hat mich so viele Nerven gekostet, dass ich die Paneele dort gar nicht erst ineinandergeschoben, sondern einfach leicht überlappend direkt mit hochwertigen Edelstahl-Spenglerschrauben festgeschraubt habe. Die restlichen drei Viertel habe ich dann in mühsamer Arbeit, mit jeder Menge Kraft und dem Fäustling buchstäblich ineinandergeschlagen. Am Ende ist es zwar dicht und stabil, aber die Platten haben mich echt an den Rand des Wahnsinns getrieben!
Mitunter das zweitschwierigste am ganzen Projekt war es übrigens, die Löcher absolut passend durch die Pfosten zu bohren, damit sie exakt in die H-Anker und Bodeneinschlaghülsen passen. Gerade bei den H-Ankern bin ich zwischenzeitlich wirklich verrückt geworden, aber am Ende hat es zum Glück hingehauen!
Der Auspflanz-Marathon & die Standort-Strategie
Seit einer Woche bin ich nun nonstop am Auspflanzen – und ehrlich gesagt bis zum heutigen Tage immer noch fleißig dabei. Auch hierbei bin ich gefühlt der Letzte im Forum. Um die ganzen Pflanzen unterzubringen, habe ich meine bisherigen Flächen nicht nur wieder komplett belegt, sondern auch noch einmal ordentlich vergrößert.
Beim Verteilen der Pflanzen sehe ich die Sache mit dem perfekten Standort dieses Jahr übrigens nicht mehr ganz so dramatisch. Letztes Jahr musste ich nämlich die bitteren Erfahrung machen, dass es am Ende überhaupt keine große Rolle gespielt hat, ob eine Sorte explizit für das Freiland oder für den geschützten Anbau unter dem Regendach ausgewiesen war – als das Wetter umschlug, haben bei mir schlichtweg alle Tomaten gleichzeitig die Braunfäule bekommen.
Trotzdem bin ich dieses Jahr taktisch ein bisschen zweigleisig gefahren:
Beim Thema Nährstoffe und Bodenpflege probiere ich dieses Jahr eine ganze Reihe an verschiedenen Komponenten aus:
Damit der Boden schön feucht bleibt, wird dieses Jahr fleißig gemulcht. Zum Einsatz kommen hier Rasenschnitt, feinstes Stroh und das Stroh-Heu-Gemisch von den Alpakas.
Es bleibt also spannend, wie sich die unterschiedlichen Dünger-Kombis auf die verschiedenen Sorten auswirken. Ich halte euch auf dem Laufenden!
Während die meisten von euch wahrscheinlich schon entspannt im Liegestuhl sitzen und ihren Tomaten beim Wachsen zuschauen, wünsche ich der kleinen, tapferen Fraktion der „Dauer-Auspflanzer“ – falls es da draußen tatsächlich noch jemanden gibt, der so hinterherhinkt wie ich – weiterhin gutes Durchhaltevermögen beim Endspurt!
Viele Grüße
Hallo zusammen,
nachdem ich gefühlt der absolute Nachzügler hier im Forum bin, möchte ich euch heute auch endlich mal ein Update zu meiner aktuellen Tomatensaison geben.
Die Anzucht: Später Start & Luxusprobleme
Los ging es bei mir dieses Jahr erst am 20.03. – damit war ich gefühlt der Letzte hier im Forum. Ich habe mich dieses Jahr für die Keimbox-Methode in flachen Tupperdosen entschieden. Die Strategie war: Erst die frischen Samen rein, und sobald Platz frei wurde, wanderten die älteren Samen nach.
Weil ich mich bei der gigantischen Auswahl - Dank des Forums - an tollen Sorten einfach absolut nicht entscheiden konnte, ist das Ganze etwas eskaliert. Das Ende vom Lied: Der Keimerfolg war so überwältigend gut, dass ich nun ein echtes Luxusproblem habe – es sind viel mehr Pflanzen geworden, als ich eigentlich Platz im Garten und Zeit zur Pflege habe!
Mein diesjähriger Fokus liegt ganz klar auf den dunklen Tomaten. Letztes Jahr habe ich nämlich extrem gute Erfahrungen mit Antho-Sorten gemacht – insbesondere mit drei blauen Sorten. Die waren bei mir im Garten der absolute Hammer und wurden erst als allerletzte von der Braunfäule befallen, als rundherum schon fast alles platt war. Deshalb habe ich dieses Jahr bei der Sortenwahl gezielt in diese Richtung aufgestockt.
Ein kleiner Wermutstropfen: Rund 20 Sorten wollten leider gar nicht keimen, auch nicht nach vielen Wochen. Und das, obwohl ich sie zuvor extra einen Tag in Wasser und einen Tag in Nitritpökelsalz eingeweicht hatte. Aber gut, bei der Masse an Pflanzen, die es geschafft haben, fällt das kaum ins Gewicht.
Das Bauprojekt: Mein neues XXL-Tomatendach
In die Planung dieses Daches habe ich unheimlich viel Zeit gesteckt. Um das Ganze statisch und konstruktiv sauber hinzubekommen, habe ich mir dieses Mal eine KI zu Hilfe genommen – und ich muss sagen, ich habe dadurch extrem wertvolle Tipps für die detaillierte Planung und die Bewerkstelligung des gesamten Projektes bekommen. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an lustiger Mann und Grill Fan für eure tollen Anregungen hier aus dem Forum!
Heute vor genau einer Woche ist das Dach endlich fertig geworden. Alles in allem hat der Bau allerdings deutlich länger gedauert als ursprünglich geplant.
Für die Heimwerker unter euch hier die Daten und Details zur Konstruktion:
- Fundament: Das Grundgerüst steht auf sechs einbetonierten H-Ankern und sechs Bodeneinschlaghülsen mit einer Tiefe von 90 cm. Die einbetonierten Fundamente haben eine L- bzw. U-Form, sind zwischen 75 und 95 cm tief und in der Regel 20 x 25 cm breit. Insgesamt habe ich dafür stolze 30 Säcke Zement à 25 kg verbraucht.
- Holz & Träger: Als Pfosten kamen KDI-Hölzer im Format 7 x 7 cm zum Einsatz. Da diese noch recht feucht von der Kesseldruckimprägnierung sind, werden sie erst später gestrichen. Darüber hinaus habe ich KDI-Konstruktionsholz, KDI-Terrassendielen sowie upgecyceltes Palettenholz von normalen Paletten und von Aufzugspaletten verbaut. Das Ganze wurde in stabilem Sandwich-Bauweise zu großen Trägern zusammengeschraubt.
- Schrauben: Bei der Holzkonstruktion habe ich ausschließlich verzinkte Teilgewinde-Tellerkopfschrauben verwendet – die kleinste Größe war 5 x 40 mm, die längste 6 x 140 mm.
- Anstrich: Alle Einzelteile (bis auf die noch feuchten KDI-Pfosten) wurden im Vorfeld bis zu dreimal mit Wetterschutzgel gestrichen.
- Was noch ansteht: Sobald ich mit dem Auspflanzen komplett fertig bin, werden noch die Kopfbänder zur zusätzlichen Stabilisierung montiert. Eine Regenrinne wird später ebenfalls noch angebracht.
Hätte ich vorher gewusst, was das für ein absolutes Geficke mit den gebrauchten Kunststoffpaneelen wird, hätte ich mir ohne zu zögern neue Hohlkammerplatten gekauft! Ich hatte mir die Paneele über Kleinanzeigen kostenlos zur Abholung besorgt. Die Ernüchterung kam schnell: Teilweise sind die Dinger schon ordentlich vergilbt, nicht mehr ganz komplett transparent und in sich verzogen.
Die Paneele sind jeweils 20 cm breit und werden eigentlich ineinandergeschoben. In der Realität war das ein einziger, extrem zeitraubender Kampf. Das erste Viertel des Daches hat mich so viele Nerven gekostet, dass ich die Paneele dort gar nicht erst ineinandergeschoben, sondern einfach leicht überlappend direkt mit hochwertigen Edelstahl-Spenglerschrauben festgeschraubt habe. Die restlichen drei Viertel habe ich dann in mühsamer Arbeit, mit jeder Menge Kraft und dem Fäustling buchstäblich ineinandergeschlagen. Am Ende ist es zwar dicht und stabil, aber die Platten haben mich echt an den Rand des Wahnsinns getrieben!
Mitunter das zweitschwierigste am ganzen Projekt war es übrigens, die Löcher absolut passend durch die Pfosten zu bohren, damit sie exakt in die H-Anker und Bodeneinschlaghülsen passen. Gerade bei den H-Ankern bin ich zwischenzeitlich wirklich verrückt geworden, aber am Ende hat es zum Glück hingehauen!
Der Auspflanz-Marathon & die Standort-Strategie
Seit einer Woche bin ich nun nonstop am Auspflanzen – und ehrlich gesagt bis zum heutigen Tage immer noch fleißig dabei. Auch hierbei bin ich gefühlt der Letzte im Forum. Um die ganzen Pflanzen unterzubringen, habe ich meine bisherigen Flächen nicht nur wieder komplett belegt, sondern auch noch einmal ordentlich vergrößert.
Beim Verteilen der Pflanzen sehe ich die Sache mit dem perfekten Standort dieses Jahr übrigens nicht mehr ganz so dramatisch. Letztes Jahr musste ich nämlich die bitteren Erfahrung machen, dass es am Ende überhaupt keine große Rolle gespielt hat, ob eine Sorte explizit für das Freiland oder für den geschützten Anbau unter dem Regendach ausgewiesen war – als das Wetter umschlug, haben bei mir schlichtweg alle Tomaten gleichzeitig die Braunfäule bekommen.
Trotzdem bin ich dieses Jahr taktisch ein bisschen zweigleisig gefahren:
- Große Fleischtomaten versuche ich nach Möglichkeit auf jeden Fall unter dem neuen Regenschutz zu ziehen, da sie einfach am empfindlichsten sind. Leider passen nur 40 Pflanzen komplett unter das Dach. Weitere 12 Pflanzen stehen immerhin noch zur Hälfte geschützt – hierbei handelt es sich passenderweise komplett um Tomaten mit Anthocyanen, welche für ihre dunkle Ausfärbung ja dringend das UV-Licht benötigen.
- Die Antho-Sorten allgemein müssen sich flexibel beweisen: Sie stehen teils komplett geschützt, wandern direkt ungeschützt ins Freiland oder nutzen eben hälftig den Dachrand für den optimalen UV-Kick.
- Kleinere Cocktailtomaten sind zäh, denen habe ich dieses Jahr durchaus auch wieder das raue Freiland zugemutet.
Beim Thema Nährstoffe und Bodenpflege probiere ich dieses Jahr eine ganze Reihe an verschiedenen Komponenten aus:
- Alpaka-Kacka: Mein Hauptdünger für die Beete in diesem Jahr.
- Hühnermist: Hier habe ich sowohl ein Jahr lang gelagerten Restbestand als auch frischeren Mist komplett mit verbraucht.
- Alpaka-Wolle: Kommt als Langzeitdünger und Wasserspeicher unten in die Töpfe und Kübel.
- Hornspäne:
Hatte ich von einer Bekannten frisch vom Pferd bekommen. Bei meiner Pflanzenmasse waren die aber ruckzuck aufgebraucht.
- Bockshornklee-Pulver: Mein Ersatz-Stickstofflieferant, auf den ich umgestiegen bin, als die Hornspäne leer waren. Das habe ich seither allerdings nur im Freiland verwendet.
- „Goldwasser“: Da einige Pflanzen wegen des verzögerten Auspflanzens etwas zu lange in den kleinen Töpfen ausharren mussten und schon gelbe Blätter bekamen, musste eine schnelle Lösung her. Als hochwirksamer, rein biologischer Stickstofflieferant aus eigener, kostenloser Produktion kam hier flüssiges Gold zum Einsatz. In den Töpfen und Kübeln verwende ich es natürlich verdünnt, aber im Freiland gab es das auch schon mal in kleiner Menge unverdünnt direkt an die Pflanzen. Der perfekte Erste-Hilfe-Push, der extrem schnell wirkt!
Damit der Boden schön feucht bleibt, wird dieses Jahr fleißig gemulcht. Zum Einsatz kommen hier Rasenschnitt, feinstes Stroh und das Stroh-Heu-Gemisch von den Alpakas.
Es bleibt also spannend, wie sich die unterschiedlichen Dünger-Kombis auf die verschiedenen Sorten auswirken. Ich halte euch auf dem Laufenden!
Während die meisten von euch wahrscheinlich schon entspannt im Liegestuhl sitzen und ihren Tomaten beim Wachsen zuschauen, wünsche ich der kleinen, tapferen Fraktion der „Dauer-Auspflanzer“ – falls es da draußen tatsächlich noch jemanden gibt, der so hinterherhinkt wie ich – weiterhin gutes Durchhaltevermögen beim Endspurt!
Viele Grüße


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