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Kübelkultur mit Dochtbewässerung, Erfahrung und KI
#1
Lightbulb 
Hallo zusammen,

ich pflanze schon sehr, sehr lange Tomaten auch gerne in Kübel. Damals aus praktischen Gründen - ich hatte keinen Garten, sondern nur einen Balkon. Heute bepflanze ich den Balkon auch, um meine Anbaufläche zu vergrößern und um die schöne Süd-Ost-Lage und die Überdachung zu nutzen. Aber ich habe in den letzten 3-4 Jahren Probleme damit, nicht immer lief alles rund. Heuer muss ich wegen zunehmender Tomatenstängelfäule meine Kübel komplett neu befüllen, deswegen möchte ich gerne einen neuen Ansatz probieren, der aus meinen Erfahrungen, aus Recherche und aus KI-Optimierungen besteht.

Hier war mir extrem wichtig, dass diesmal das Pflanzsubstrat komplett steuerbar ist. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten werde ich in den Kübeln auch nicht mehr organisch düngen, sondern mineralisch. Mit Unterstützung von Chat GPT habe ich auf dieser Grundlage nun ein fertiges Konzept erstellt. Die Datei ist sehr groß, deswegen beginne ich hier zunächst mit einem kleinen Spoiler, also einer Kurzfassung, in welche das Wichtigste in aller Kürze dargestellt ist:

Kurzfassung: Das Docht-Reservoir-System


Tomaten, Paprika & Chili ruhig, stabil und stressfrei im Kübel kultivieren
1. Die Grundidee in einem Satz
Das Docht-Reservoir-System versorgt Kübelpflanzen gleichmäßig mit Wasser und Nährstoffen, ohne Trocken- oder Stressphasen –
und überlässt der Pflanze die Feinregulation innerhalb stabiler Rahmenbedingungen.
Oder einfacher gesagt:
Das System nimmt der Pflanze Stress – und dir das Rätselraten.


2. Warum klassische Kübel oft Probleme machen
Beim herkömmlichen Gießen im Kübel entstehen fast zwangsläufig Schwankungen:
  • oben nass, unten trocken
  • mal zu viel, mal zu wenig
  • Salzansammlungen im Substrat
  • gestresste, flach wurzelnde Pflanzen
Die typischen Folgen sind bekannt:
hängende Blätter trotz feuchter Erde, Blütenabwurf, instabile Früchte.
Das Problem ist nicht mangelnde Pflege,
sondern Unruhe im System.


3. Was das Docht-Reservoir-System anders macht
Das System trennt konsequent zwei Aufgaben:
Wurzelraum (Innenkübel)
  • Luft
  • Struktur
  • Sauerstoff
Steuerung (Außenkübel / Reservoir)
  • Wasser
  • Nährstoffe
  • Kontrolle
Beide Bereiche sind nur über Dochte verbunden.
Wasser wird kontinuierlich von unten bereitgestellt –
ohne Staunässe, ohne Gießimpulse.
Die Pflanze reguliert ihre Wasseraufnahme weitgehend selbst,
innerhalb der durch Temperatur, Luftfeuchte und Salzkonzentration vorgegebenen Grenzen.
Das Ergebnis ist ein ruhiger Wasserfluss,
auf den Tomaten, Paprika und Chili besonders positiv reagieren.


4. Warum Kübelgröße entscheidend ist
Im Dochtsystem gilt:
Mehr Volumen bedeutet nicht mehr Arbeit, sondern mehr Ruhe.
Bewährt haben sich:
  • 45 Liter ? funktionierende Untergrenze
  • 65 Liter ? entspannter Standard
Größere Kübel bieten:
  • stabilere Temperaturen
  • gleichmäßigere Wasserversorgung
  • höhere Fehlertoleranz bei Hitze und Düngung
Gerade anspruchsvolle Tomatensorten profitieren deutlich davon.


5. Substrat: Luft schlägt Nährstoffreichtum
Im Docht-Reservoir-System ist das Substrat kein Wasserspeicher,
sondern der Arbeitsraum der Wurzeln.
Entscheidend sind:
  1. dauerhafte Luftführung
  2. Strukturstabilität über Monate
  3. moderate Wasserpufferung
Deshalb besteht das Substrat überwiegend aus mineralischen Strukturträgern
(Bims, Lava, Perlit), ergänzt durch begrenzte organische Anteile.
Stark vorgedüngte oder feine Erden sind ungeeignet,
weil sie bei Dauerfeuchte verdichten und Sauerstoff verdrängen.


6. Gedüngt wird das Wasser – nicht die Erde
Die Nährstoffversorgung erfolgt ausschließlich über das Reservoir
und bewusst mineralisch.
Warum?
  • mineralische Nährstoffe sind sofort verfügbar
  • sie lassen sich exakt dosieren
  • sie verhalten sich stabil im wässrigen System
Organische Flüssigdünger sind im Reservoir ungeeignet,
da sie Sauerstoff verbrauchen, gären und unkontrollierbar wirken.
Das zentrale Steuerinstrument ist der EC-Wert:
  • niedriger EC ? fördert Wasseraufnahme und Wachstum
  • höherer EC ? bremst, festigt, erhöht Stressresistenz
Entscheidend ist nicht der absolute Wert,
sondern wie ruhig er sich verändert.


7. Stammlösungen statt Impulsdüngung
Gedüngt wird nicht „nach Gefühl“, sondern über Stammlösungen:
  • W-Lösung ? Wachstum, Stickstoff, Calcium
  • B-Lösung ? Blüte, Frucht, Kalium, Phosphor
Beide laufen parallel –
das Verhältnis steuert die Entwicklung.
Gedüngt wird pro nachgefülltem Liter Wasser,
nicht pauschal pro Kübel oder nach Kalender.
So bleibt das System:
  • skalierbar
  • reproduzierbar
  • fehlertolerant


8. Calcium: Ruhe statt Druck
Blütenendfäule ist fast immer ein Transportproblem,
kein reiner Calciummangel.
Wichtig sind:
  • gleichmäßige Wasserversorgung
  • moderater EC
  • zurückhaltender Kaliumeinsatz
Calcium wird:
  • im Substrat gepuffert
  • kontinuierlich moderat zugeführt
  • nicht aggressiv hochgedüngt


9. Der monatliche Reset
Etwa einmal im Monat:
  • Reservoir leerlaufen lassen
  • 1–2 Tage nur Wasser
  • danach normal weiter
Das verhindert Salzaufbau und entlastet die Wurzeln.
In kühlen Perioden oder bei sehr niedrigem EC
kann der Abstand auch größer sein.
Entscheidend ist nicht der Kalender,
sondern Wasserverbrauch, Düngermenge und Temperatur.


10. Für wen dieses System geeignet ist
Besonders geeignet für:
  • Tomaten, Paprika und Chili
  • größere Kübel
  • hitzeexponierte Standorte
  • Gärtnerinnen und Gärtner, die Stabilität statt Dauerpflege wollen
Es ist kein System für schnelle Effekte,
sondern für ruhige, verlässliche Ergebnisse über die ganze Saison.


Merksatz zum Schluss
Ein ruhiges System arbeitet leise –
man merkt erst im Hochsommer, wie gut es funktioniert.

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Vielleicht hat ja schon jemand ähnliche Gedanken gehabt oder kennt die typischen Probleme in Kübeln - eben Hitzestress und gerne einmal Blütenendfäule. Und bitte nicht wundern: Ich bin manchmal etwas sehr akribisch und beschäftige mich sehr intensiv mit Düngesystemen - das kommt durch ein anderes Hobby - der Pflanzenpflege in Aquarien. Keine Fische - tatsächlich nur Pflanzen und Wirbellose.  :laugh: Deswegen habe ich auch einiges hier und bin es gewohnt, mit Leitwerten zu rechnen.


Wer mehr lesen möchte, hier ist der Link zum kompletten Dokument   (ich hoffe, er funktioniert)

Über einen Erfahrungsaustausch oder Feedback wäre ich sehr glücklich, Fragen und Kritik sind natürlich auch gern gelesen!

Liebe Grüße

Sarah
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#2
Hallo Sarah,
ist bestimmt für einen überdachten Standort eines Balkons oder einer Terrasse eine gute Idee.
Mich interessiert das Thema, auch wenn es für meine Kübel nicht in Frage käme, diese stehen frei auf unserem Sitzplatz, da regnet es drauf und ich denke das wäre für dieses System nicht gut.
Ich mach es klassisch.
Hast du deine Betrachtungen schon probiert? Wo bekommst du denn die Kübel für diesen Anbau oder bastelst du diese selbst z.B. aus Maurerkübel die ineinander gestellt werden?
Gruß Steffi
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#3
Hallo Steffi,

ja, die Kübel sind für den überdachten Standort gedacht und es sollen die normalen Mörtelkübel ineinander gestellt werden. In meinem Fall ist das ein Balkon in Süd-Ost-Ausrichtung. Ich möchte damit zwei häufige Probleme, die ich mit dem Standort habe, etwas entschärfen: Blüten-Endfäule und Stängelfäule, die sich bei mir immer stärker in den alten Kübeln ausbreitet. Ich muss also ohnehin alles ausleeren und reinigen.
Mein Ziel ist mit der Dochtbewässerung und dem durchlässigem Substrat eine bessere Kontrolle. Wichtig ist mir auch: Das Substrat soll mehrere Jahre halten.

Wir fahren gleich noch in den Baumarkt, um die richtigen Bohrer und Regenrohr zu besorgen. Dann wird demnächst ein Probekübel gebastelt.

Aber eins weiß ich schon: Es wird eine große Umstellung für mich. Ich werde in den Kübeln nämlich mineralisch düngen. Normalerweise dünge ich sonst Kübel nur mit Kompost, Hornmehl, Hornspänen und etwas Rinderdung. Das ging viele Jahre gut, aber in den letzten paar Jahren bekam ich zunehmend Probleme an diesem Standort.
Die Düngelösungen mache ich selber, mein anderes Hobby ist nämlich Pflanzenaquaristik. Salze und Gerätschaften hierfür habe ich ja ohnehin schon hier.
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#4
Da bin mal gespannt auf Deine Erfahrungen, auch ob es ohne Aufwertung der Erde im Frühjahr funktioniert.
Meine Erde bleibt auch in den Kübel bzw. ich hol sie raus mische die Erde aller Kübel zusammen und pimp sie mit Kompost auf, allerdings baue ich keine Tomaten mehr darin an, die hab ich seit wir umgezogen sind im Beet.
Gruß Steffi
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