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Es geht nach draußen - Fragen
#1
Hallo,

bisher bin ich ein wenig anspruchsvoller Wohnungsgärtner. Hier mal ein Basilikum, dort ein Tomatenpflänzchen. Alles gekaufte Jungpflanzen, also nix dolles.

Nun aber soll es in der nächsten Saison nach draußen in meinen Garten gehen. Und da ergeben sich dann doch die ein oder anderen Fragen, zu denen es keine so richtig befriedigenden Antworten im Netz gibt. Vielleicht könnt ihr hier spezielle Infos aus eurer Erfahrung geben?


1. Ich baue mir ein Tomatendach. Ost-Südseite, da pfeffert die Sonne von frühmorgens bis fast Sonnenuntergang im Tagesverlauf von allen Richtungen her auf die zu pflanzenden Tomaten. Es wird zwar immer gesagt, dass Tomaten Sonne lieben, es nicht genug Licht sein kann. Gleichzeitig aber wird hier und da von dann doch nötiger Abschattung und von Sonnenschäden gesprochen. 

Frage: muss man die Tomaten nun im Hochsommer/Mittagszeit beschatten oder nicht? Oder darf die Sonne ohne Schutz über 12h auf gesunde Tomaten knallen wie sie lustig ist? 


2. Mein Tomatendach darf vorschriftsgemäß nur eine max. Höhe von 160cm haben. Damit fallen hoch wachsende Tomaten aus, genauso wie die vielen Sorten bis 200cm Höhe. Es sei denn, man behilft sich mit Tricks wie Ablassen der Tomaten oder sie unter dem Dach entlang leiten, was ich aber nicht möchte. Bleibt das Kappen der Triebspitze, was von Gärtnern mal befürwortet, mal strikt abgelehnt wird.

Frage: lieber determinierte Sorten nehmen, die bei ca. 150-180cm Schluss machen mit dem Wachstum? Oder indeterminiert wachsende Sorten halt bei Erreichen des Daches kappen? 


3. Da ich meine Tomaten ab dem nächsten Jahr selber heranziehen möchte (immerhin so um die 6 Pflanzen), bin ich mir nicht sicher ob der dafür benötigten bzw. stark empfohlenen Anzucht-Temperaturen. Meine Passivwärme-Wohnung ist heftig gedämmt und hat massive Fensterfronten zur Südseite. Selbst im Winter ist die Heizung fast nie an. Es ist ab März nahezu unmöglich, die empfohlenen 18 Grad Raumtemperatur für die weitere Anzucht nach dem Keimen der Samen zu halten. Genügend Licht ist bei sonnigem Wetter zwar kein Thema, aber dann knallt die Temperatur in der Wohnung (vom Standplatz der Tomate am Fenster ganz zu schweigen) auch auf mind. 24 Grad hoch. 

Frage: bekomme ich meine Anzuchten unter diesen Voraussetzungen überhaupt hin, oder werden die Tomaten nur vergeilte Schwächlinge, weil die dicken Fenster zu wenig Licht für die hohen Raumtemperaturen durchlassen? Dann vielleicht doch lieber ordentliche Jungpflanzen vom Gartencenter nehmen, auch wenn die Sortenwahl eingeschränkt ist?

4. Es gibt massig Tomatensorten. Es ist (momentan) jedoch nicht klar, welche davon überhaupt als Samen oder als Jungpflanze im Handel erhältlich sind. Der einzig einschätzbare Versender in der Hinsicht ist „Tomatenmitgeschmack“, wo von einem Versand in der 16-20 Kalenderwoche gesprochen wird. 

Frage: was heute bei den großen Versendern als „aktuell nicht erhältlich“ gekennzeichnet wird - kommt das dann alles wieder im nächsten Frühjahr? Oder ist das eine jährlich neue Überraschungspackung? Bekommen Gartencenter wie „Augsburg“ im Frühjahr vernünftige Jungpflanzen, oder sind die Jungpflanzen in den Gartencentern und Baumärkten zu schnell hochgedüngtes Zeugs?



Viele Grüße

Topethia
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#2
Deine Fragen zu beantworten ist fast nicht möglich. 
Ich würde mit Buschtomaten anziehen anfangen. Die vergeilen nicht, die hören ab einer bestimmten Höhe auf zu wachsen
Einfach mal ausprobieren. 
Dann nicht vor dem 15. März anfangen.
Die Tomate ist eine Frucht, die wohl unmittelbar aus dem Paradiese zu uns gekommen sein muß, und wenn sie nicht die hesperidischen Äpfel bedeutet, gewiß der Apfel gewesen ist, den Paris der Venus bot, sehr wahrscheinlich auch der, welchen die Schlange zur Verlockung der Eva anwendete.
Eugen van Vaerst
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#3
Wo liegt denn das grundlegende Problem bei der Beantwortung? Fehlen noch Infos, oder hat sich bisher schlicht noch niemand um solche Fragen gekümmert?

Klar, probieren geht über studieren. Für die zweite Saison wüsste ich dann in der Tat sicher Bescheid, ob mir die Tomaten im Hochsommer verbrennen, ob 24 Grad Anzuchttemperatur für Keimlinge problematisch sind, und was es im Frühjahr so für Samen und Jungpflanzensorten in den Gartencentern gibt.

Ich glaube, ich setze morgen einfach mal ein paar Samen an und schaue, ob die Anzucht unter meinen beschriebenen Bedingungen klappt. Das herbstliche Licht ist ja ähnlich dem des Frühjahrs.
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#4
Um Deine Fragen zu beantworten braucht man Zeit. Wir sind alle am Garten aufräumen und die Ernte zu verarbeiten. 
Wenn genug Samen hast kannst einen Probelauf starten.
Nur - eigentlich schade um die Pflanzen. Mit denen kannst um die Zeit nix anfangen.
Fang 2022 an...
Die Tomate ist eine Frucht, die wohl unmittelbar aus dem Paradiese zu uns gekommen sein muß, und wenn sie nicht die hesperidischen Äpfel bedeutet, gewiß der Apfel gewesen ist, den Paris der Venus bot, sehr wahrscheinlich auch der, welchen die Schlange zur Verlockung der Eva anwendete.
Eugen van Vaerst
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#5
Ok, drängend sind die Fragen ja nicht …

Die angesetzten Samen werden natürlich als Wintertomaten weitergezogen …
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#6
Nehme mir mal Deine Frage Nr. 1 vor.

Beschattung hängt erstmal von Deinem Anbauort ab.

Ich beschreibe Dir einfach mal meine Vorgehensweise:

GWH - Anbau:  Beschattung erfolgt bei der Bepflanzung um die jungen Pflänzchen an das UV Licht zu gewöhnen da die Anzucht im Haus mit Kunstlicht erfolgt.
                       Die jungen Pflänzchen sollten mindestens 1 Woche im Halbschatten stehen und dann nach und nach mehr Sonne abbekommen.

                      Beschattung erfolgt sobald die Temperatur trotz Lüften die 25° Marke übersteigt, das passiert oft schon ab Mai, 
                      Bei starker Sonneneinstrahlung über längere Zeit können die Blätter und Früchte Hitzeschäden bekommen, die Zellen verbrennen regelrecht.

Überdachtes Freiland:  gleiches Spiel bei den Jungpflanzen und bei sehr starker Sonneneinstrahlung, Beschattung wegen zu hoher Temperatur bei moderatem Sonnenschein ist
                                 normalerweise nicht nötig.

Freiland:         Habe ich nur sehr wenige Pflanzen, wird ähnlich überdachtem Freiland praktiziert.

Die Sonnenverträglichkeit ist je nach Sorte oft auch unterschiedlich ausgeprägt.


Zu Frage 2:  Wie kommt eine Höhenbeschränkung von 160cm zustande?  Ein GWH oder auch einen Unterstand ist üblicherweise auf eine max. Grundfläche begrenzt nicht aber auf eine Höhe von 160cm, da kannst du ja nicht mal aufrecht drin stehen? 

Zu Frage 3:   Die Anzucht bei deinen Örtlichkeiten musst du ausprobieren, das kann Dir aus der Ferne keiner genau beantworten. Wenn du genügend Licht hast funktioniert das auch bei 24°, die Pflanzen wachsen dann                          eben schneller und nicht ganz so kompakt. 18° wäre die Idealtemperatur, die kann sowieso nur selten eingehalten werden. Wer hat schon einen klimatisierten Raum?

Zu Frage 4:    Samenshops gibt es sehr viele, du findest hier im Forum viele Infos, auch bei Google wird man fündig. 
                     Jungpflanzen gibt es in allen Qualitätsstufen und ist natürlich eine Preisfrage. Die Supermarkt und Baumarktpflanzen sind vermutlich nicht das Optimale, bei Fachmärkten oder lokalen Gärtnereien
                     sieht das natürlich positiver aus. Die Sortenvielfalt ist die letzten Jahre sehr viel größer geworden.

Hoffe ich konnte Dir weiterhelfen.

LG  Werner
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#7
Wintertomaten in der Wohnung zu ziehen ist schwer.

Es geht hauptsächlich nur mit kleinen Sorten und Kunstlicht.

Und auch dann ist es sehr schwierig.
"Mit 90 Prozent aller Menschen nicht übereinzustimmen ist eine der wichtigsten Anzeichen für geistige Gesundheit."


Oscar Wilde
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#8
@wemu

Danke für die Infos!

Die Frage der Abschattung habe ich jetzt nach intensiver Suche ähnlich in einem Bericht gesehen. Irgendwann scheinen sich die Eiweiße in den Zellen aufzulösen, weshalb eine Abschattung 30 Grad wohl Sinn macht. Es geht wohl eher um die Temperatur, weniger um die Sonne an sich.

Fazit, ich werde die Möglichkeit einer Beschattung durch ein beiges Sonnensegel mit in den Bau des Tomatendaches einplanen.

Zur Frage 2, die Höhe. Die 160cm kommen dadurch zustande, dass es vom Vermieter her eine Höhenbeschränkung im Garten meiner Wohnung gibt. Eigentlich gedacht für Gartenhäuser und Pavillions, betrifft aber auch das Tomatendach. 160cm sind die lichte Höhe ab Anbauhöhe der Pflanze, da sich unter dem Dach auch ein schon vorhandenes umgrenztes Beet mit 20cm Höhe befindet. Das Dach selber ist in 2m Höhe zuende. Da ich die Beetumrandung nicht entfernen möchte, ergeben sich 2m minus Unterdachbelattung, minus Umgrenzung = 160cm Höhe für die Tomaten.

Ich könnte zwar noch ein paar Zentimeter herauskitzeln, aber bei 180cm ist endgültig Schluss. Nehmen oder lassen, ist die Devise. Deshalb die Frage, ob es denn nun überhaupt ein Drama ist, Stabtomaten zu kürzen, die ungekürzt um die 2m hoch werden sollen. Vom Ertrag mal abgesehen.

Zur Frage 3, wenn die propagierte Idealtemperatur von 18 Grad nicht gleich auch Muss-Temperatur ist, ist das ja schon mal positiv. Das Problem dürften aber alle haben, denn entweder man hat knackig Licht, oder der Raum ist kühl. Und unser Passivhaus ist wie gesagt noch mal ein Sonderfall. Eine Stunde Sonne im Winter am Tag reicht, um keine Heizung mehr zu brauchen.

Zur Frage 4, der Preis ist eher kein Thema, bei den 2-3 Tomaten, die ich anbauen möchte. War hat nur die Frage, ob die Gartencenter nur vergeilten Turbomüll und 08/15 haben, oder ob es auch vernünftige Jungpflanzen gibt. Die momentan angebotenen Jungpflanzen für Salat usw. sehen zumindest nicht allzu schlecht aus.


@kuno

Hat bei mir die letzten Jahre eigentlich gut geklappt. Südseite plus Tagesverlängerung mit Wachstums-LED hat durchaus akzeptable Tomätchen hervorgebracht. Aber eben auch bei den üblichen Minisorten, wo die Pflanze fast kleiner ist als die Lampe ;-)
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#9
Das ist toll.

Dann kannst Du ja Bilder einstellen von deinen Wintertomaten.

Vielleicht kann ich mir dann ein paar Tipps abgucken.

Bilder sagen mehr wie tausend Worte.
"Mit 90 Prozent aller Menschen nicht übereinzustimmen ist eine der wichtigsten Anzeichen für geistige Gesundheit."


Oscar Wilde
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#10
Ich glaube du gehst das Ganze ein wenig zu "wissenschaftlich" an. Wie man hier im Forum gut sehen kann, kann man überall in Deutschland Tomaten anbauen. Glaube du bist auch der erste Mensch der mir "begegnet", der sich in seinen Tomaten Anfängen Sorgen über zu viel Sonne macht. Es ist zwar richtig, dass sie auch verbrennen können, aber sechs Pflanzen kriegt man immer irgendwie noch nachträglich schattiert, wenn der Sommer heftig wird.

Was den Temperatur-Faktor bzgl. Verbrennung angeht, kann ich nach eigener Erfahrung nur zustimmen. Baue in einem großen Folientunnel an, dort hatten wir dieses Jahr eine Ecke, wo in der Spitze knapp unter 50°C waren (zugegeben, die Belüftung hatten wir da noch nicht ganz im Griff). Nur dort in dieser Ecke hatte ich ein paar verbrannte Blätter. Und es war nichtmal die Ecke im Tunnel, mit der meisten Sonneneinstrahlung. Die Luft stand dort einfach.

Zur Anzucht bei höheren Temperaturen: Ich habe in meiner Wohnung das Problem, dass ich nur einen Raum mit Sonnenlicht (sehr viel, vier bodentiefe, große Fenster) habe, welcher aber durch eine Fussbodenheizung beheizt wird. Da diese nunmal träge ist und man die nicht nach Bedarf an- und abstellen kann, habe ich hier ständig suboptimale Temperaturen. Zudem gut isoliertes Flachdach, sobald die Sonne draufknallt gehen die Temperaturen "jenseits von Gut und Böse".

Zur Höhenbeschränkung: Klingt tatsächlich super ärgerlich. Vielleicht kannst du ja statt in die Höhe, etwas in die Breite gehen? Man muss ja nicht immer in die Höhe anbauen, das ist hier nur weit verbreitet. Wenn du z.B. nicht ausgeizt, werden die Tomaten auch nicht so hoch, sondern wachsen eher in die Breite. Mit einem einfachen Gitter o.Ä. als Stützkonstruktion wäre das eine echte Alternative.

Zum Saatgut/Jungpflanzen: Muss natürlich jeder selbst entscheiden, ich für meinen Teil kann nicht verstehen, wie es einen nicht reizen kann, etwas vom Samen auf zu ziehen. Die Jungpflanzen im Baumarkt sind natürlich nur Stangenware mit nicht unbedenklicher Herkunft. So tolle Sorten wie z.B. hier im Forum oder in diversen Shops bekommst du dort natürlich auch nicht. Guck mal bei Irina's Tomaten, da kann man schon einiges finden für den Anfang. Sobald das ganze Saatgut entnommen und getrocknet ist, wird man bei den kleinen Shops auch wieder welches bekommen.

Wie du selbst erkannt hast, probieren geht über studieren. Man muss bereit sein, Zeit, Geld, Schweiß und vielleicht auch ein bisschen Blut (:p) aufzuwenden, wenn man etwas neues lernen möchte. Gilt ganz ganz besonders für das Gärtnern!
Happiness is only real when shared.
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