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Kompostieren geht auch anders
#1
Es begann vor Jahren mit einer Schubkarre frischen Rasenschnitt. Den Rasenschnitt deckte ich mit einen alten Teppich zu.
Die Sonne, die auf den Teppich schien, führte dazu, dass sich unter dem Teppich eine schwarze schmierige Masse bildete.
Vergangenes Jahr setzte ich meine Versuche fort. Vom Sportplatz holte ich große Mengen Rasenschnitt, so ca. 20 Schubkarren
die Woche, die ich auf zwei Haufen verteilte. Das hielt ich auch eine Weile durch. Durch die Kompostierung von ausschließlich 
Rasenschnitt unter bestimmten Bedingungen kam ich zu folgenden Ergebnis. Innerhalb von 14 Tagen hatte sich der Rasenschnitt
bei Temperaturen von bis zu 70°C zersetzt. Erneut hatte sich eine schwarze Masse erzielt, allerdings in anderen Größenordnungen.
Mich würde gerne interessieren, was ich den Kompost noch zuführen muss, um hochwertige Komposterde zu erzielen. Etwas Sand 
habe ich schon beigefügt. Ob ich die Bedingungen weiter steigere, ist noch offen. Ein paar Bilder sagen oft mehr als Worte. 

                           

LG Chris
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#2
Hallo Chris, 
du könntest Rasenbokashi machen. Hab ich selber noch nicht gemacht, da ich nicht soviel Rasenschnitt habe und ihn zum Mulchen nehme. Aber normalen Bokashi aus Küchenabfällen mache ich.
Du brauchst dazu einen Eimer mit Deckel, zur Not geht vielleicht auch ein Plastiksack, lagenweise Grasschnitt einfüllen und jede Lage mit Pflanzenkohle und Urgesteinsmehl bedecken und mit EM - effektiven Mikroorganismen - besprühen und schön verdichten. Deckel drauf - Bokashi braucht anaerobe Bedingungen - und etwa 3 Wochen später mit Erde vermischen oder direkt im Beet um die Pflanzen eingraben. Das Vererden dauert dann nicht lange.
Pflanzenkohle gibt es auch schon mit EM versetzt zu kaufen, staubt dann nicht so.
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#3
Hallo Chris,

bin jetzt nicht der Experte für Kompostierung, aber deine Methode mit dem Rasenschnitt halte ich ehrlich gesagt für nicht geeignet.

Wenn nur Rasenschnitt alleine auf einen Haufen kommt verrottet der Schnitt nicht sondern er entwickelt sich schnell zu einer nassen stinkenden Masse
Das liegt daran, dass der meist sehr feuchte Rasenschnitt die Luftzirkulation unterbindet. In der Folge können die Kleinstlebewesen und Bakterien das Material nicht zersetzen. Das Gras verrottet nicht, sondern beginnt zu gären, unten läuft dann eine Gülleähnliche Flüssigkeit davon.

Um einen geeigneten Kompost zu erhalten sollten viele unterschiedliche Ausgangsmaterialien verwendet werden, am besten alle quer durch den Garten anfallenden
pflanzlichen Abfälle. Dabei kann natürlich auch Rasenschnitt verwendet werden, jedoch immer nur eine relativ dünne Schicht auf einmal.
Somit ist gewährleistet das genügend Sauerstoff an das Kompostmaterial gelangen kann. Dieses wird dann nach und nach zersetzt.

Mein "Kompost" besteht aus  etwa 3 gleich großen Flächen nebeneinander,  von 3 Seiten mit Pfählen und längs verlegten Brettern eingemacht. Zwischen den Brettern
ist genügend Abstand für die Luftzirkulation. Nachdem die erste Fläche nach ca. einem halben Jahr auf 50-80cm Höhe angefüllt ist schichte ich diesen Haufen um auf die
daneben liegende Fläche. Dadurch wird das schon teilweise zersetzte Material aufgelockert, es kommen je nach Schicht eine Menge Kellerasseln, Regenwürmer etc. zu Vorschein. Der Kompost stinkt nicht sondern riecht angenehm nach frischer Erde.

Auf die frei gewordene erste Fläche kommt nun wieder das neu anfallende Kompostmaterial. Nach einem weiteren halben Jahr werden die ersten beiden Flächen
wieder auf die jeweils nächste freie Fläche umgesetzt. Im darauf folgenden Frühjahr kann ich dann auf der "3. Fläche" den fertigen Kompost entnehmen und 
wieder Platz schaffen damit die Umsetztrochade halbjährlich weiter läuft.

Mit dieser Methode habe ich nun im Frühjahr und im Herbst jeweils 6 Schubkarren mit frischer Komposterde die ich in meinen beiden Tomatengewächshäuser jeweils
unter die "alte" Erde mische.

Teilansicht der Komposthaufen:


[Bild: 40399913mo.jpg]

Auf den Gemüsebeeten kommt nach Möglichkeit immer eine Mulchschicht, so entsteht auch im restlichen Garten großflächig immer etwas Kompost.
Da die benötigten Mengen an Mulch- und Kompostmaterial nicht vom eigenen Garten ausreichen hole ich mir je nach Möglichkeit noch externes Material.
So z.B. Rasenschnitt vom direkt neben dem Garten liegenden städtischen Spielplatz oder im Herbst das Laub von einem großen Ahornbaum usw.
Grundsätzlich verwende ich aber nur Material das nicht mit irgend etwas gespritzt wurde.

LG  Werner
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#4
Meiner Meinung nach sollte Kompost immer aus verschiedenen Komponenten bestehen.

Nur Rasenschnitt würde ich nicht machen, sondern mischen mit gröberen Materialien wie Strauchschnitt und anderen Abfällen.

Als ich noch einen Garten hatte haben wir auch immer den gesamten Rasenschnitt kompostiert. Der wurde dann sehr warm, weil eine massenhafte Vermehrung der Mikroorganismen stattfindet und am Ende war eine klebrige Maase übrig.

Da mussten andere Materialien zur Auflockerung dazu und dann ging das.
"Mit 90 Prozent aller Menschen nicht übereinzustimmen ist eine der wichtigsten Anzeichen für geistige Gesundheit."


Oscar Wilde
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#5
Hallo Pewe
mit den Behältnissen für Bokashi komme ich nicht weit. Kleine Behälter sind für mich nicht zweckmäßig.
Mit Bokashi erreiche ich den gleichen Effekt, wie ich in meiner Regenwurmgrube, wo der
Wurmhumus mit der Schubkarre entnommen wird. Pflanzkohle und Urgesteinsmehl werde ich dem Kompost 
noch zufügen.


Hallo Werner,
wenn ich die Bedingungen weiter verbessere, könnte es mit dem Kompost schon klappen. Durch das 
Mischen mit anderen Materialien verschlechtert sich die Heißrotte. Mir gelingt durch die Heißrotte,
dass sich keine Silage bildet. Es setzt aber optimale Bedingungen voraus. Der Pilz muss bei der Heißrotte
das Material voll durchdringen. Ich kann ja andere Materialien nach dem Zersetzungsprozess zuführen.
Bei meiner Kompostierung sind andere Bedingungen zwingend notwendig. Das Aufheizen vom Kompost
durch die Sonne ist Absicht, um die Heißrotte zu beschleunigen. Die Luftzirkulation ist hier ungewollt.
Die Heißrotte funktioniert bis jetzt nur mit Rasenschnitt. Setze ich nur Brennnesseln ein, komme ich nicht 
auf die gewünschten Temperaturen.

Hallo Kuno,
die anderen Materialien möchte ich auch für den Kompost verwenden. Sie werden aber erst später beigemischt.
Vorher muss die die schwarze klebrige Masse noch aufbereitet werden. Von der Farbe her, wäre das Material
schon mal optimal. An der Aufbereitung der schwarzen Masse bin ich dran.

LG Chris
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#6
Rasenbokashi geht sicher auch im größeren Stil. Wichtig ist nur der Luftabschluss.  Du könntest entweder ne Grube ausheben, Rasenschnitt schichtweise, Pflanzenkohle, Urgesteinsmehl und EM wie oben und feststampfen (damit möglichst wenig Luft drin ist)..Zuletzt mit einer Plane abdecken. 
Geht sicher auch oberirdisch mit einer Plane fest drum.
Nach der Fermentierung kannst du es auf die Beete bringen.
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#7
Dein Hinweise sind gut, bis auf das EM. Mir ist bekannt, dass man EM nur verwendet, wo die Bodenqualität schlecht ist. 
Es gibt sicher einen Unterschied, ob ich auf alles eine Plane mache oder einen Teppich. Durch den Teppich gelangt noch etwas
Luft, was bei der Heißrotte notwendig ist.

LG Chris
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#8
Lieber Chris, Deinem Rasenkompost fehlen Stickstoff und Struktur.
Struktur würde ich durch Hobelspäne einbringen, Stickstoff mit Exkrementen. Idealerweise bekommt man von einem Kleintierhalter Meerschweincheneinstreu oder Ähnliches.
In Grasschnitt ist viel Zucker, weshalb es schnell gärt. Aber eben kaum Stickstoff.

Weil das Ganze am Ende nach 8 Wochen zwar aussieht wie Erde, aber noch ziemlich sauer ist, sollte man vor der Pflanzung noch ein bißchen Kalk zugeben.
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#9
Hi,

dass bei Rasenschnitt-Kompost Stickstoff fehlt wäre mir komplett neu. Normalerweise, wenn es um das C-N-Verhältnis in Kompost geht, wird Rasenschnitt (und auch anderer Grünschnitt) immer als der Anteil hervorgehoben, der Stickstoff mitbringt. Im Gegensatz zu Hobelspänen oder Holzhäcksel, die das Verhältnis zugunsten des C-Anteils (Kohlenstoff) erhöhen.

Warum man so eine schimmlige schmierige Masse wie bei reinem Rasenschnitt wünschen sollte, ist mir auch unklar. "Hochwertige Komposterde" gibt es allein aus Rasenschnitt garantiert nicht. Wie auch, zu Erde gehört ja schon ein bisschen mehr, z.B. Tonminerale, Strukturbildner, Humuskomplexe.
Heissrotte erreicht man auch mit anderen organischen Materialien, gerade wenn man etwas auf das C-N-Verhältnis achtet.

Zu der Frage, "was man dem Kompost noch zuführen muss": Tonminerale. Z.B. in Form von Bentonit. Denn die Düngesalze, die bei der Zersetzung freigesetzt werden, müssen ja irgendwo hin. Ton-Humus-Komplexe funktionien z.T. als Ionenaustauscher, können also Düngestoffe binden und später wieder abgeben. Pflanzenkohle hat eine ähnliche Funktion.


Edit:
https://www.kompost.de/fileadmin/docs/sh...rd_web.pdf
(Hier steht zu Rasenschnitt u.a. "sehr nährstoffreich, v.a. Stickstofff")

http://kompostwiki.de/anleitungen/die_ri...ung_finden
(und hier enthalten ist eine Tabelle, laut der Rasenschnitt sogar mehr Stickstoff enthält als Hühnermist oder Rindermist)
Edit2: gemeint ist nicht die absolute Menge, sondern das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff. AFAIR ist das Zielverhältnis irgendwo im Bereich 20:1, also 20mal soviel Kohlenstoff wie Stickstoff. Für Rasenschnitt gibt das Kompostwiki ein Verhältnis von 10:1 an, für Hühnermist 13 bis 18:1.
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#10
Wir geben großzügig Urgesteinsmehl zum Kompost
Liebe Grüße von Anne Rosmarin
und für uns alle ein gutes Gedeihen der geliebten Pflanzen !

Wir gärtnern in Mittelfranken
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