Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um Ihre Login-Informationen zu speichern, wenn Sie registriert sind, und Ihren letzten Besuch, wenn Sie es nicht sind. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf Ihrem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies dürfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die Sie gelesen haben und wann Sie zum letzten Mal gelesen haben. Bitte bestätigen Sie, ob Sie diese Cookies akzeptieren oder ablehnen.

Ein Cookie wird in Ihrem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dassIhnen diese Frage erneut gestellt wird. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


 
Themabewertung:
  • 1 Bewertung(en) - 1 im Durchschnitt
Saatgut aus neuer Ernte? Wie macht Ihr das?
#1
Hallo,

nach jedem Erntejahr stellt sich mir die Frage: "Sammel ich aus ein paar der Tomaten neue Samen für die kommende Saison oder nutze ich noch die aus der Letzten?"
Jetzt habe ich z.B. folgende Konstellationen
Fall 1: Eine Cherrytomate, bei welcher ich das Saatgut von 2014 gesichert und jedes Jahr min. 1 Pflanze angebaut habe. Keine Verschlechterung der Keimfähigkeit bemerkbar. 2018 die Samen von ein paar Tomaten (nicht auf Sortenreinheit geachtet) erneut entnommen.
Fall 2: 2014 eine junge Tomatenpflanze (Sorte San Marzano) gekauft. Unklar ob Hybride. Ein paar Fruchtansätze sich selbst bestäuben lassen und andere nicht. Sortenreine und nicht sortenreine Samen die Jahre darauf angebaut. Die Pflanzen waren teilweise sehr stark verkrüppelt. Neigten zu Mutationen und die Früchte faulten meistens weg. Bei den nicht sortenreinen Samen schlimmer als bei den Sortenreinen. Dennoch immer mal wieder angebaut bis ich letztes Jahr 2 schöne Pflanzen mit einwandfreien Früchten hatte, bei welchen ich die Samen (nicht sortenrein, auch weil Freiland) entnommen habe. (Mein Gedankengang war, dass sich - falls es eine Hybride war, aus der ich die Samen ursprünglich sicherte - die Genetik ändert/normalisiert, wenn die neu ausgesäten Pflanzen mit anderen nicht Hybriden zusammenstehen, also das Hybride sich mit den Jahren herauskreuzt)

Wie handhabt ihr eure Samenbestände?
Jedes Jahr nach der Ernte neue Samen sichern und die vom Vorjahr wegwerfen?
Einen Teil sortenrein und einen nicht sortenreinen Anteil sichern?
Einfach unterschiedliche Tomatensorten nebeneinander stehen und sich gegenseitig kreuzen lassen, Samen sichern und schauen was kommende Saison dabei rauskommt?

Danke und Gruß
Zitieren
#2
Hallo Paradeiserkaiser,

wenn du verschiedene Tomatensorten nebeneinander stellst und sie sich verkreuzen, erhältst du jeweils neue Hybriden. Die sich dann in der 2. Generation aufspalten. Das kann interessant sein, ist aber wie ne Wundertüte, du weißt nie was dabei heraus kommt.
Aber nicht alle Tomatensorten verkreuzen sich gleich schnell, manche sind dafür anfälliger als andere (sieht man an der Blüte). Was anderes ist es, wenn Hummeln unterwegs sind, dann ist es wahrscheinlich, dass Kreuzungen entstehen.
Nur "das Hybride" lässt sich nicht heraus kreuzen. Du kannst eine Sorte stabilisieren, indem du sie über mehrere Generationen eben nicht kreuzen lässt und sie dabei selektiert. Dazu solltest du aber auch eine ausreichende Anzahl dieser Sorte ziehen.

Warum willst du die Samen vom Vorjahr wegwerfen? Tomaten Samen sind einige Jahre keimfähig. Schau mal bei Anneliese, die hat gerade uralt Samen zum Keimen gebracht. Und gerade Verkreuzungen siehst du ja erst im folgenden Jahr, dann kannst du wieder auf den Ursprungssamen zurück greifen.

Es ist aber durchaus sinnvoll frischen Samen zu machen, zum einen passen sich die Sorten deinen Klimabedingungen an und zum anderen kannst du damit sicher stellen, dass genau diese Tomatensorte erhalten bleibt, nur musst du dann natürlich auf Sortenreinheit achten.
LG benchi
Zitieren
#3
Ich bin ja kein Profi aber ich hoffe es ist ok wenn ich trotzdem mein System aufzeige.
In der Norm behalte ich ca 3 - 5 Samen von dem Original Saatgut , zur Kontrolle , vergleich oder wenn etwas schiefgeht als Notfallanker.
Dieser wird aber meistens auch nach 3 - 8 Jahren nochmals gepflanzt zur Auffrischung.
Ausser er ist vorher durch das Raster ( Geschmack , aussehen, Haltbarkeit, nutzen) gefallen.


Das Saatgut das ich abnehme ist verhütet und nur von Früchten die ich der Sorte entsprechend, als gut genug empfinde.
Da ich vorwiegend im Freiland anbauen, sortiere ich zusätzlich Pflanzen aus , die dafür nicht sonderlich geeignet waren , oder versuche sie im Folgejahr erneut an einem anderen Standort.
Da ich vorwiegend in Eimern pflanze, habe ich aber auch die Möglichkeit den Standort kurzfristig zu ändern.
Zudem habe ich Freunde die ich mit Pflanzen versorge und die mir berichten.( balkon oder GH tauglich usw)

Wird eine Pflanze krank, ausser Mangelerscheinungen, kommt sie nicht ins Saatgut.

Letztes Jahr hatte ich braune Flecken auf den Tomaten die ich nicht erklären konnte.
Die Pflanzen standen mitten unter den anderen, so das ich für letztes Jahr kein Saatgut genommen habe.
Ich hatte dabei ein schlechtes Gefühl.

Die unverhüteten sind rein zum essen.

Also zusammengefasst
Neues saatgut 10
Zurückgelegt 5
Eingepflanzt meist versetzt 5
Behalten davon 1 - 2
Weggegeben 2-3

Saatgut von 1 - 2 Pflanzen immer die 2. und 3. Rispe

Alle 3- 8Jahre Wiederholung, teilweise mit Vergleichsanbau aus alter oder neuer Quelle.

Übriges Saatgut (das mir nicht geschmeckt oder gefallen hat , ausser regionale oder besondere Sorten) wird verschenkt , getauscht , Schulen gespendet in Tauschkisten gegeben oder in Saatboxen gegeben. Aber nicht weggeschmissen.

Regionale Sorten gebe ich gerne an jemanden weiter die mit den Landfrauen zusammen arbeitet für Bauerngärten.
Zitieren
#4
Alles gut,  nur Eure Verhüterei NICHT!!! Habe von mir alten verhüteten Samen angezogen - hatte kein unverhütetes mehr und schon wieder Krüppel! Macht was Ihr wollt, ich will kein verhütetes Saatgut - separiertes ok.
Die Tomate ist eine Frucht, die wohl unmittelbar aus dem Paradiese zu uns gekommen sein muß, und wenn sie nicht die hesperidischen Äpfel bedeutet, gewiß der Apfel gewesen ist, den Paris der Venus bot, sehr wahrscheinlich auch der, welchen die Schlange zur Verlockung der Eva anwendete.
Eugen van Vaerst
Zitieren
#5
(18.02.19, 11:25)benchi schrieb: Nur "das Hybride" lässt sich nicht heraus kreuzen. Du kannst eine Sorte stabilisieren, indem du sie über mehrere Generationen eben nicht kreuzen lässt und sie dabei selektiert. Dazu solltest du aber auch eine ausreichende Anzahl dieser Sorte ziehen.

Warum willst du die Samen vom Vorjahr wegwerfen? Tomaten Samen sind einige Jahre keimfähig. Schau mal bei Anneliese, die hat gerade uralt Samen zum Keimen gebracht. Und gerade Verkreuzungen siehst du ja erst im folgenden Jahr, dann kannst du wieder auf den Ursprungssamen zurück greifen.

Es ist aber durchaus sinnvoll frischen Samen zu machen, zum einen passen sich die Sorten deinen Klimabedingungen an und zum anderen kannst du damit sicher stellen, dass genau diese Tomatensorte erhalten bleibt, nur musst du dann natürlich auf Sortenreinheit achten.
Das hab ich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Ich will die Samen nicht wegwerfen. Ich sammel bisher aus jeder Saison die Samen. Das kam mir komisch vor, im Bezug auf zu alt werdendes Saatgut. Dadurch Verlust von Keimeigenschaften bzw. Gendefekten beim Ältesten.
Noch dazu kommt, dass es mit der Zeit ganz schön viele Samentüten werden. Ich habe etwa 20 Tomatensorten. Aus jeder in den letzten 5 Jahren Samen gesichert. Sind pro Jahr 20 Tüten Samen. Und es sind ja nicht nur Tomaten, von welchen ich die Samen sichere. Habe auch noch Chilis und andere Pflanzen und verliere langsam die Übersicht.

Bisher habe ich 2x die Blüten bei Tomaten verhütet, um sortenreines Saatgut zu erhalten.
Irgendwo habe ich gelesen, dass wenn Selbstbestäubung zu lange gemacht wird, die Sorte degeneriert und sie sich von Zeit zu Zeit mit einer kreuzen muss. Weiß aber nicht mehr genau warum oder ob dieses neu kreuzen mit einer anderen Pflanze aus der gleichen Sorte passieren muss.

Wenn die San Marzano eine F1 Hybride ist und ich deren Samen jede Saison neu (verhütet!) gewinne, stabilisiert sich die Pflanze?

(18.02.19, 11:38)Sternenwoelfin schrieb: Wird eine Pflanze krank, ausser Mangelerscheinungen, kommt sie nicht ins Saatgut.

Letztes Jahr hatte ich braune Flecken auf den Tomaten die ich nicht erklären konnte.
Die Pflanzen standen mitten unter den anderen, so das ich für letztes Jahr kein Saatgut genommen habe.
Ich hatte dabei ein schlechtes Gefühl.

Die unverhüteten sind rein zum essen.

Also zusammengefasst
Neues saatgut 10
Zurückgelegt 5
Eingepflanzt meist versetzt 5
Behalten davon 1 - 2
Weggegeben 2-3

Saatgut von 1 - 2 Pflanzen immer die 2. und 3. Rispe

Alle 3- 8Jahre Wiederholung, teilweise mit Vergleichsanbau aus alter oder neuer Quelle.

Das hört sich ziemlich gut an.
Zitieren
#6
Ein Hybrid ist soviel ich weiss , ein Kind von zwei verschiedenen Elternteilen.
Das heisst du kriegst dieses Jahr die marzano f1 , im zweiten Jahr also wenn du das genommene saatgut von der f1 setzt, kann es passieren das einer der Elternteile dominiert und du eine der Elternpflanzen rauskriegt.

Wenn du aber Glück hast kommt die selbe marzano raus.
Wenn du von der Pflanze wieder Samen nimmst und im.folgenden Jahr einpflanzt und wieder dassellbe kommt ist es eine F3 . Ich merke es mir.mit Folgejahr 3 nach der verkreuzung.

Ab einer F7 oder F8 gilt sie als stabil, das heisst die Elternteile dominieren nicht mehr.
Davor bis ca F4 oder F5 kann es leicht passieren das z.b. am selben Strauch verschiedene Früchte hängen.
Z.b. Runde und mit spitzen .

Ich hoffe man versteht die Beschreibung
Zitieren
#7
Es kann natürlich sein, dass eine Sorte ermüdet, dann ist es durchaus sinnvoll wieder zu kreuzen, aber eben innerhalb der gleichen Sorte (am besten mit einer früheren Generation). Das passiert aber in der Regel nicht schon nach 2 Generationen.

Sortenreines Saatgut erhältst du auch, wie Anneliese ja schreibt, nicht nur durch verhüten,  sondern auch indem du Pflanzen separierst oder von Früchten nimmst die zu einer Zeit geblüht haben zu der sonst keine anderen blühten. 

Dass an einer Pflanze verschiedene Fruchtformen auftreten hat meines Wissens wieder einen anderen Grund in der Genetik der Pflanze (Knospenmutation). Manche Sorten, wie z.B. Ochsenherztomaten bilden aber auch so unterschiedliche Formen, mal spitz mal mehr rund. Aber es stimmt schon, dass vor der F7 Generation die Sorte noch nicht stabil ist.
Um die Sorte zu stabilisieren solltest du schon einige Pflanzen dieser Sorte über mehrere Generationen anbauen, um dann nach deinen Kriterien selektieren zu können. Das übersteigt meist die Kapazitäten eines Hobbygärtners. Du kannst es natürlich auch mit nur ein paar Pflanzen probieren und einfach just vor fun schauen was dabei heraus kommt und dich dabei überraschen lassen.
LG benchi
Zitieren
#8
Hmm kann es auch sein dass das Alter der Samen auch eine Rolle spielt bei Verkrüppelung?
Oder ist da rein die Keimrate geringer ?

Sonst überlege ich.mir ernsthaft für nächstes Jahr eine andere Anbauweise.
Ich bin eh schon langsam.soweit das ich nur ein paar Lieblinge , ein zwei Experimente und eben ein zwei erhaltersorten ziehe.

Da könnten ein paar im Pulk wachsen.
Wobei ich mir überlege wie das mit den verschiedenen Blühzeiten ist, meine blühten fast die ganze Saison über.
Und nur wenige hab ich die blüten entfernt.
Zitieren
#9
Aus dem Grund mach ich nur aus der 1. Tomate Samen!!!!!!!!!!! Habe fast keine Verkreuzungen...alle die weiter oben wachsen sind gefährdet
Die Tomate ist eine Frucht, die wohl unmittelbar aus dem Paradiese zu uns gekommen sein muß, und wenn sie nicht die hesperidischen Äpfel bedeutet, gewiß der Apfel gewesen ist, den Paris der Venus bot, sehr wahrscheinlich auch der, welchen die Schlange zur Verlockung der Eva anwendete.
Eugen van Vaerst
Zitieren
#10
@Sternenwölfin:

Dein System hört sich toll an. Und es hat sich bewährt. Mach ruhig so weiter.

Klar hat das Verhüllen von Blütenrispen auch Nachteile. Alleine schon kann keine "richtige" Selektion erfolgen. Für gewöhnlich verwenden wir aber gekauftes, sortenreines Saatgut, dass bereits von Profis selektiert worden ist. Insofern ist für unsere Hobbygärten diese Methode vollkommend ausreichend, um die Sorte unverkreuzt für einen künftigen Anbau zu sichern.

Was passieren wird, ist, dass die Rispe weniger Früchte ansetzt und die einzelen Tomaten weniger Saatkörnchen entwickeln als unverhüllte Blüten. Dies hängt damit zusammen, dass wir die Tomatenpflanzen bei der Befruchtung unterstützen müssen, damit ausreichend Pollen auf die Narbe fallen kann. Wir sind darin eben nicht so effektiv wie die Insekten. Meistens ist aber auch bei verhüllten Blüten die Anzahl der Samen so zahlreich, dass das Saatgut für viele Gärten reicht.

Bei extremer Hitze kann es vorkommen, dass die verhüllte Blütenrispe komplett unbefruchtet abfällt. Das ist wirklich ärgerlich.

Wer mag, kann sich anschauen, wie die Vibrationsbestäubung durch Insekten funktioniert: https://www.youtube.com/watch?v=7HOEuqJUvPE

@Anneliese:

Wie muss ich mir verkrüppelte Pflanzen vorstellen? Und weshalb soll das an Samenkörnchen liegen, die verhütet gewonnen wurden?
Zitieren