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Pflegetipps für Tomaten-Neuling
#1
Liebe Tomaten-Profis,

ich bin ein absoluter Tomaten-Neuling, hatte bisher nur Blumen auf dem Balkon. Dieses Jahr bekam ich aber nun zwei selbstgezogene Tomatenpflanzen geschenkt. Also Platz geschaffen und sie Anfang Juni in Töpfen auf den Balkon gesetzt (nach den Eisheiligen war es hier noch sehr kalt). An Erde habe ich Blumenerde aus dem Gartenmarkt mit etwas Kompost gemischt, wie ich es in einer Anleitung gesehen hatte. Die eine Pflanze, die ohnehin schon größer war, ist seither ein ganzes Stück gewachsen, die andere blieb klein (fehlt Stickstoff?). Zudem wachsen beide Tomaten eher in die Höhe und haben nur wenig Laub. Auch die Blätter sind teils merkwürdig verformt, mitunter sind auch drei Blätter zusammengewachsen, und der Stängel ist jeweils sehr dünn. Weiß vielleicht jemand, was den Pflanzen fehlt? Und sind sie noch zu retten? Um welche Sorte(n) es sich handelt, konnte mir die Schenkerin leider nicht sagen.

Heute habe ich nun auch ein bisschen dazu gelesen, wie man Tomaten düngt. Das scheint ja eine Wissenschaft für sich zu sein. Ich würde gern Brennnesseljauche verwenden. Genügt das denn und in welcher Dosierung und wie oft müsste ich düngen? Kann ich damit jetzt schon beginnen und kann ich das fortsetzen bis in den Herbst? Ich hatte gelesen, dass Brennnesseljauche hauptsächlich ein Stickstoffdünger ist und man ab der Sommermitte bevorzugt mit Kali und Phosphor düngen sollte. Was eignet sich dazu?

Auf die Mineraldünger aus dem Gartenmarkt würde ich generell gern verzichten und auch auf Hornspäne und andere Schlachtabfälle.
Hat jemand Erfahrungen mit Kaffeesatz gemacht? Und was ist von Gesteinsmehl zu halten?

Ach so, und ich verzichte gern ein bisschen auf Ertrag, wenn ich dafür natürliche und selbstgemachte Dünger verwenden kann.

Für Tipps und Ideen wäre ich sehr dankbar!


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#2
(19.06.20, 17:04)JulianeVega schrieb: Die eine Pflanze, die ohnehin schon größer war, ist seither ein ganzes Stück gewachsen, die andere blieb klein (fehlt Stickstoff?). Zudem wachsen beide Tomaten eher in die Höhe und haben nur wenig Laub. Auch die Blätter sind teils merkwürdig verformt, mitunter sind auch drei Blätter zusammengewachsen, und der Stängel ist jeweils sehr dünn. Weiß vielleicht jemand, was den Pflanzen fehlt? Und sind sie noch zu retten?

Deine Pflanzen verhungern gerade. Das zusammengewachsene Blatt ist nicht das Problem. Die Mangelerscheinungen schon.

Die Pflanzen stehen auch viel zu dunkel, sonst wären sie nicht so dünn in die Höhe geschossen.

Ausgraben. Neu setzen. Dabei vorsichtig so viel wie möglich von dem Stiel (in einem großen Kreis gelegt) mit in der Erde vergraben. Die Blätter an diesem Teil des Stiels entfernen. Es macht nix, wenn zum Schluss nur noch wenige Zentimert Stiel und die obersten Blätter aus der Erde ragen. So kann die Pflanze am vergrabenen Stiel zusätzliche Wurzeln bilden und dann oben kräftiger wachsen.

Unabhängig davon braucht sie aber mehr Licht und mehr Futter.


(19.06.20, 17:04)JulianeVega schrieb: Heute habe ich nun auch ein bisschen dazu gelesen, wie man Tomaten düngt. Das scheint ja eine Wissenschaft für sich zu sein. Ich würde gern Brennnesseljauche verwenden. Genügt das denn und in welcher Dosierung und wie oft müsste ich düngen? Kann ich damit jetzt schon beginnen und kann ich das fortsetzen bis in den Herbst? Ich hatte gelesen, dass Brennnesseljauche hauptsächlich ein Stickstoffdünger ist und man ab der Sommermitte bevorzugt mit Kali und Phosphor düngen sollte. Was eignet sich dazu?

Auf die Mineraldünger aus dem Gartenmarkt würde ich generell gern verzichten und auch auf Hornspäne und andere Schlachtabfälle.
Hat jemand Erfahrungen mit Kaffeesatz gemacht? Und was ist von Gesteinsmehl zu halten?

Ach so, und ich verzichte gern ein bisschen auf Ertrag, wenn ich dafür natürliche und selbstgemachte Dünger verwenden kann.

Für Tipps und Ideen wäre ich sehr dankbar!


Um es kurz zu machen: Du suchst die Quadratur des Kreises. :rolleyes:

Ist ja okay, wenn Du nicht mineralisch düngen willst, aber wenn Du organisch düngen willst, dann darfst Du da nicht auch von vornherein alle Düngemittel ausschließen, die dafür nun mal notwendig sind.

Kaffeesatz kannst Du dir von mir aus in die Haare schmieren, aber damit bekommst Du keine Tomate groß. Der gehört auf den Kompost, wo er dann ein bissl zur Düngung beiträgt. Kaffeesatz ist kein vollwertiger Dünger! Kaffeesatz ist Kompostrohstoff, wie Gras, Küchenabflälle etc.

Nur mit Brennnesseljauch wird das auch nix. Dann erntest Du Blätter, aber keine Tomaten.

Gesteinsmehl ist ein Pflanzenstärkungsmittel und wird extrem langsam umgesetzt. Steine halt. :rolleyes:
Das dient der Bodenverbesserung, aber nicht der Pflanzenernährung. Außerdem gibt es für Gesteinsmehl nicht mal eine festgelegte Rezeptur, so dass kein Anwender wirklich weiß, welchen Mineralstoffmix er da gerade in den Boden buddelt. Als Bodenverbesserer okay, aber keinesfalls ein Dünger.

Für den Kalimbedarf kannst Du Holzasche verwenden, dabei ist aber zu bedenken, was da verbrannt wurde.
Häusliche Ascheabfälle sind oft stark mit Schwermetallen und Schadstoffen durchsetzt. Klingt immer so schön öko, weil aus dem eigenen Haushalt, aber ist halt auch nicht untersucht. Die mineralischen Dünger werden wegen der Belastung verteufelt, aber den eigenen Kram untersucht keiner und was ich nicht weiß, macht mich dann nicht heiß. :rolleyes:

Alternativ könntest Du auch Löwenzahnbrühe ansetzen, aber davon wirst Du eine Menge brauchen, um den hohen K-Bedarf von Tomaten zu bedienen.

Beinwelljauche hat auch viel K, aber auch viel Stickstoff. Ob beide im richtigen Verhältnis (mehr K als N) vorliegen, ist immer schwer abzuschätzen. Beinwelljauche darf man nicht mit anderen stickstoffreichen Jauchen kombinieren, weil es sonst garantiert wieder zu einem N-Überschuss kommt.

Knochenmehl ist ein reiner P-Dünger.

Rinder- oder Pferdedung enthält alle 3 Nährstoffe. Gut abgelagert und mit reichlich Kompost gemischt ergibt er eine gute Rundumdüngung. Man sollte sich aber schlau machen, was den Tieren so alles verabreicht wurde (Medikamente u. ä.).
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#3
Dankeschön für die schnelle und ausführliche Antwort, Mayapersicum!
Das ist wirklich super!

Und owehoweh, das klingt gar nicht gut... sad 

Zuerst kurz: Die Tomaten stehen auf einem Süd-Balkon und bei Sonnenschein (was in den letzten Wochen hier leider selten der Fall war) in der vollen Sonne. Einen helleren Platz kann ich auf meinem Balkon nicht anbieten. Fürs Foto habe ich die Pflanzen vor die Tür zur Abstellfläche gerückt, damit die Blätter vor dem Hintergrund besser zu sehen sind. Deshalb (und weil es gestern wieder mal trüb war) sieht es recht dunkel aus auf den Bildern. Gibt es denn noch eine andere Erklärung, weshalb die Pflanzen so dünn sind?

Gleich morgen werde ich die Tomaten dann noch mal ausgraben und wie von dir vorgeschlagen tiefer in die Erde setzen. Danke für den Tipp! smile

Was die Düngung betrifft, habe ich deine Antwort fast schon befürchtet :undecided: 
Also das heißt, wenn ich Brennnesseljauche verwende, müsste ich zusätzlich Holzasche (Beinwelljauche geht ja nicht mit Brennnessel zusammen, wenn ich dich richtig verstehe) und Knochenmehl verwenden?
Oder eben als Alternative Rinder/Pferdedung?
Ich denke, dann ist mir Letzteres lieber. Verteilt man die Kompost-Dung-Mischung einfach oben auf dem Boden oder arbeitet man sie in die Erde ein? Und genügt einmaliges Düngen oder brauchen die Pflanzen weitere Gaben? Und last but noch least: Sind mit dem Kompost-Dung dann alle erforderlichen Nährstoffe in den richtigen Anteilen abgedeckt? Irgendwo hatte ich gesehen, das Verhältnis NPK sollte etwa 2:1:3 sein.

Ah ja, und wenn ich es richtig gelesen habe, ist Dung ein Langzeitdünger, richtig? Habe Beispiele gesehen, wo er gleich beim Pflanzen mit in die Erde gegeben wird. Das hieße dann, es dauert eine Zeit lang, bis die Nährstoffe zur Verfügung stehen? Kann ich dann dieses Jahr überhaupt noch mit einer Ernte rechnen? Und wenn die Pflanze jetzt Mangelerscheinungen hat, muss ich dann jetzt für die erste Zeit zu einem Mineraldünger greifen, um schnell verfügbare Nährstoffe geben zu können? Fragen über Fragen...

Zuletzt noch ein Dankeschön für die Info zum Kaffeesatz. Hatte das auf anderen Seiten mehrfach gelesen. Schade, dass das so nicht funktioniert, wäre eine so schön einfache Lösung gewesen...
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#4
Sodele, habe die Tomaten heute nach Anleitung "tiefergelegt". Die Größere tritt jetzt allerdings relativ weit am Topfrand aus der Erde. Wenn ich sie in die Mitte geführt hätte, wäre der Stängel abgebrochen. Hoffe, das geht so...  

Gedüngt habe ich mit Rinderdung und noch etwas zusätzlichem Kompost. Und sicherheitshalber lagert hier jetzt auch noch ein NPK-Flüssig-Blumendünger 4+5+6 mit Guano. Er kam dem Verhältnis 2:1:3 am nächsten. Alle Tomatendünger im Regal waren nur NK-Dünger und hatten mehr Stickstoff als Kalium, so war das Verhältnis auch bei fast allen Blumendüngern. Meiner hat halt nun relativ viel Phosphat - ist das problematisch? Was meint ihr, genügt fürs Erste der Rinderdung und der Kompost oder sollte ich wegen der Mangelerscheinungen gleich noch etwas vom Flüssigdünger an die Tomaten geben?

Schon mal ganz vielen Dank für eure Hilfe! smile


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#5
Beim kompost kommt es halt schon drauf an, wie lange er gereift ist... wenn er noch frisch ist, sind die Nährstoffe auch noch nicht so griffbereit, ähnlich wie beim Dung... der Flüssigdünger ist halt am schnellsten verfügbar...wenn es schon Mangelerscheinungen gibt und die Saison wie jetzt in vollem Gange ist, dann würde ich jetzt schon etwas Flüssigdünger draufgeben
Let´s make our tomatoes great again!
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#6
Vielen Dank für die Hilfe, tomatodoc! smile

Ich glaube, dann gebe ich etwas Flüssigdünger an die Pflanzen. Der Kompost ist zwar nicht mehr ganz frisch, aber wie alt der Dung ist, weiß ich nicht.
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