Tomaten-Forum

Normale Version: Sind das Trauermücken?
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Hallo liebe Tomatenfreunde,

ich habe seit 5 Tagen bei meinen ca. 80 Jungpflanzen (noch nicht pikiert) 2 Gelbtafeln aufgestellt, da ich etwas habe fliegen sehen. Nun kleben hier seit 3 Tagen genau 4 Trauermücken. Heute sind 2 weitere hinzugekommen. Kann es sein das diese durch das Fenster/Lüften gekommen sind? Allerdings habe ich in genau diesem Raum nicht gelüftet... Ich habe keine Erfahrung mit Trauermücken…
 
Zuviel Wasser gebe ich denke ich nicht… i.d.R. erst dann wenn die Erde brüchig wird.
Mit Sand auf die Erde streuen tue ich mich etwas schwer, weil ich dann nicht mehr sehe wie die Erde aussieht u. es dann schwerer zu beurteilen ist, wann zu gießen ist.

Ist es bei so geringem Befall wahrscheinlich das die Trauermücken von außen kommen? Oder ist es anderes Ungeziefer? Würde ich mit Nematoden wie mit Kanonen auf Spatzen schießen?
 
Sollte ich mehr Gelbtafeln aufstellen?
Was denkt ihr?

Danke vorab,
Gerd
https://de.wikipedia.org/wiki/Trauerm%C3%BCcken

Es gibt alleine in Europa viele hunderte Arten, ich glaube so 600.

Ein wichtiges Merkmal ist bei Allen neben dem dunklen Körper auch dunkel angehauchte Flügel.
Gehen wir das Problem doch mal grundsätzlich an:

Natürlich können Trauermücken von draußen kommen, aber viel wahrscheinlicher ist, dass Du Dir Larven mit feuchter Erde in die Bude holst.
Trauermückenlarven können nur in feuchter Erde leben. Wenn Du wirklich sicher bist, dass die Erde durch und durch trocken ist, dann kann ja keine Vermehrung stattfinden.
Man täuscht sich aber oft und die Erde ist nur oberflächlich trocken, darunter aber feucht. :whistling:

Sand auf die Erde finde ich auch etwas schwierig, weil dann nicht mehr zu sehen ist, wie feucht die Erde darunter ist uuuund die Feuchtigkeit hält sich länger in der Erde. Der Sand soll ja auch nur verhindern, dass die erwachsenen Trauermücken Eier in die Erde ablegen. Gegen bereits in der Erde vorhandene Eier nutzt er wenig.

Der bessere Weg ist, die Pflanzen nur von unten - via Untersetzer - zu gießen. So bleibt der obere Teil der Erde eher trocken und damit trauermücken-unfreundlich.

Wenn Du keine ganz jungen Keimlinge mehr in der Aufzucht hast, dann können Dir die paar  Trauermücken eigentlich egal sein.
Die Larven sind ein Problem, wenn eine Pflanze noch sehr jung ist und ganz wenige Wurzeln hat, weil sie sich an den Wurzeln bedienen und in den feinen Stengel bohren, was die Keimlinge zum Absterben bringt.

Sobald eine Pflanze aber schon größer ist, können da so viele Trauermückenlarven in der Erde sein wie sie nur wollen und es juckt die Pflanze genau gar nicht.
Trockener halten, verdursten lassen. Aus die Maus .... äh die Trauermücke. :devil:

Wenn man allerdings gerade viele Keimlinge in der Anzucht hat, dann muss man was unternehmen und dann sind Nematoden eine gute Lösung, wenn man seeeehr viele Pflanzen hat. Das ist aber auch eine Kosten-Nutzen-Frage.

Alternativ kann man auch Bacillus thuringiensis verwenden. I. d. R. deutlich billiger und in vielen Gemeinden sogar umsonst zu bekommen, weil es eigentlich ein Stechmückenvernichtungsmittel ist. In Stechmückengebieten wird es benutzt, um die Stechmücken-Larven in Regenwassertonnen, Teichen etc. zu töten. Der Bacillus schnappt sich aber auch andere Mückenlarven und kann deshalb auch als Gießwasser gegen Trauermückenlarven eingesetzt werden.

Zu deinem Foto: man müsste wesentlich mehr Detail erkennen können, um zu beurteilen, ob es wirklich Trauermücken sind.
Ich lehne mich aber mal aus dem Fenster: die Tiere sehen für mich eher nach Schlupfwespe aus.
Ich garantiere für nix. Das ist nur ein wildes aus dem Bauch raus Raten!

Der spitz zulaufende Hinterleib und die hellen Flügel sprächen für eine Schlupfwespe.
Aphelinus Abdominalis parasitiert Blattläuse, ist also ein Nützling und ist schon seit Wochen unterwegs. Sie kommt gerne von draußen ins Zimmer geflogen, besonders wenn da Pflanzen stehen. Ich hatte schon im Februar welche in meinem Anzuchtraum.
Falls Du irgendwo Blattläuse hast, dann schau mal, ob da welche dabei sind, die eine etwas ungewöhnliche Farbe haben. Wenn sie kupfer- oder messingfarben sind, also irgendwie bräunlich, dann dürften das bereits parasitierte Blattläuse sein und dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Du an der Gelbtafel Schlupfwespen gefangen hast.

Wie gesagt, nur eine Vermutung.

Können echt auch Trauermücken sein. Siehe oben.
Ich Tippe auf Stechmücken der Körperbau könnte
passen :noidea:

Gruß Mel
Ich würde mir jetzt wegen ein paar von den Tierchen noch keine Sorgen machen.
Bei mir warens hunderte vor einigen Wochen. Habe auch Gelbtafeln aufgestellt und auch Nematoden verwendet.
Das hat wirklich super geklappt. Jetzt schwirrt noch ab und zu eine rum, aber damit kann ich leben.
Ich würde dir vorschlagen weiter Gelbtafeln aufzustelln, und wenns schlimmer wird mit Nematoden behandeln. Falls es überhaupt Trauermücken sind..
Bei mir waren die Gelbtafeln nicht mehr gelb sondern schwarz. So gings da zu :-)