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Spinnmilben-Invasion!
#1
Komme eben nach vierwöchiger Abwesenheit zurück und finde meine Balkontomaten arg in Mitleidenschaft gezogen: 1) Die Bewässerungsanlage war von mir nur auf 2x pro Tag eingestellt worden, was für den Supersommer nicht ausgereicht hat. Mein Fehler. 2) Über die Pflanzen haben sich die Spinnmilben hergemacht. Das Problem hatte ich bisher noch nie. Viele der Tomatentrauben sind von Gespinst komplett überzogen. :ohmy:

Habe als Sofortmaßnahme (um Mitternacht) alle vertrockneten Blätter und aufgeplatzten Früchte entfernt und die Früchte, die besonders eklig vermilbt aussahen, aber nicht aufgeplatzt waren, mit Neudosan Blattlausfrei besprüht. Morgen gibt es dann Schmierseife.

Frage: Hat das überhaupt Sinn? Die Pflanzen sehen jetzt Palmen ähnlich - kahle Stämme, oben z.T. gesunder Neuwuchs, z.T. Milbenschaden. Ich bin fast versucht, die gesunden Spitzen abzuschneiden, ordentlich zu entmilben (Bayer Calypso???) und neu zu bewurzeln. Auf meinem Balkon habe ich im Normalfall bis zum Frost Tomaten geerntet, ich rechne also noch mit einigen Wochen Wachstumszeit... Wie schade, die schmecken alle so gut. :crying::crying::crying:

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#2
Nachtrag: Alles nur noch schlimmer, wenn man es bei Tageslicht sieht: Eine Pflanze ist komplett ohne Blätter, die anderen beiden haben jeweils noch eine grüne Triebspitze. Alle umliegenden Pflanzen (Wandelröschen, Chili(!), Frühblüherstauden) sind aber, soweit ich sehen kann, (noch) nicht befallen.
Calypso hab ich hier, also werde ich mal abernten und dann spritzen und 14 Tage warten und sehen, was passiert.

So ein Mist, so ein Mist, so ein Mist.
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#3
Um Himmels Willen, nimm mal den Finger von den Sprühdosen.
Ein wilder Chemiemix bringt Dich nicht schneller ans Ziel. Erst Neudosan dann Calypso und danach wirfst Du 'ne Atombombe? tongue Du willst da wachsende Tomaten doch irgendwann auch noch essen. :rolleyes:

Solche Mittel sind nicht dazu gedacht miteinander gemischt zu werden, da kann Dir niemand sagen, welche Reaktionen da stattfinden und ob dann die Abbauprozesse noch so funktionieren wie in der Anleitung angegeben oder sich z. B. die Wartezeit gewaltig verlängert ... von Schäden an den Pflanzen mal ganz abgesehen. Gerade diese Pflanzen sollten aber nun nicht noch zusätzlich geschädigt werden.

Nur mal am Rande, Calypso ist für die Anwendung gegen Spinnmilben nicht zugelassen. Das hat seine Gründe, weil es gegen saugende Insekten (Blattläuse, Schildläuse, Weiße Fliege) wirkt, aber eben kein Akarizid (Mittel gegen Milben) ist.

Abgesehen davon killst Du mit Calypso mal eben auch alle Nützlinge und deren Hilfe könntest Du gerade jetzt gut brauchen.

Zu deinem Problem. Dusch die Pflanzen ab bzw. - falls zu groß zum in die Dusche schleppen - wasch sie mit einem tropfnassen Schwamm ab, so gut es eben geht. Dann mit dem Blumensprüherchen mit möglichst hartem Strahl in die Blattachseln sprühen und Du solltest erst mal die Masse der Netze und Milben beseitigt haben. (Balkonboden auch gleich reinigen nicht vergessen). Pflanzen sehr gut abschütteln, damit die Blätter möglichst schnell wieder trocken werden!

So ... nun erst mal Luft holen und Pflanzen genau inspizieren.

Ist da noch was grün an der Pflanze? Sind da noch nicht ausgegeizte Stellen, wo sich neue Seitentriebe bilden können? Dann würde ich es der Pflanze überlassen sich zu erholen und frisch auszutreiben.

Ist nur die Spitze noch grün, so musst Du dir überlegen, ob Du sie von da aus weiterwachsen lässt oder die Spitze neu bewurzelst. Wenn es räumlich möglich ist, würde ich zum Bewurzeln aber die Spitze an der Pflanze belassen und die Pflanze so biegen, dass ein Teil des Stiels gleich in der Erde im neuen Topf liegt und dort neu bewurzelt, während er noch aus dem alten Topf (an der Pflanze hängend) mitversorgt wird. So gibt es keine "Schnittschockpause". Sobald der grüne Pflanzenteil sich ordentlich neu verwurzelt hat, kappen und weg mit der alten Pflanze.
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#4
Das Mittel ist gegen beissende und saugende Insekten. Spinnmilben sind saugende Insekten. Das Mittel wirkt systemisch, d.h. es wird von der Pflanze aufgenommen und wirkt auch an Stellen, die nicht besprüht wurden. Es wird zuverlässig die Spinnmilben beseitigen. Allerdings hätte ich auch ein Problem mit dem Genuss der nachfolgenden Tomaten, obwohl die angegebene Wartezeit sehr kurz ist. Aber das muss jeder für sich entscheiden.
Es gibt offenbar Pflanzen, die richtige Spinnmilbenmagneten sind. Dazu gehören Tomaten, Ananasphysalis (ist immer sehr zuverlässig befallen), Gurken, Bohnen und verschiedene Zimmerpflanzen. Bei Zierpflanzen kommt bei mir auch die Chemiekeule. Anders bekommt man Spinnmilben nicht los.

LG KaVa


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#5
Ihr könnt mich nun erschlagen! (wegen der Nützlinge)

Hexengebräu - hat bei mir sogar die Rostmilbe um die Ecke gebracht.

LG von eurem

:devil:
Die Tomate ist eine Frucht, die wohl unmittelbar aus dem Paradiese zu uns gekommen sein muß, und wenn sie nicht die hesperidischen Äpfel bedeutet, gewiß der Apfel gewesen ist, den Paris der Venus bot, sehr wahrscheinlich auch der, welchen die Schlange zur Verlockung der Eva anwendete.
Eugen van Vaerst
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#6
(19.08.15, 15:00)KaVa schrieb: Das Mittel ist gegen beissende und saugende Insekten. Spinnmilben sind saugende Insekten. Das Mittel wirkt systemisch, d.h. es wird von der Pflanze aufgenommen und wirkt auch an Stellen, die nicht besprüht wurden.

Bitte nochmal genau lesen. Ich schrieb:
(19.08.15, 12:12)Mayapersicum schrieb: Nur mal am Rande, Calypso ist für die Anwendung gegen Spinnmilben nicht zugelassen.

Kann man hier (Seite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) beim Eintrag zu "Bayer Calypso" nachlesen. wink

Wenn man umgekehrt nach dem Schadorganismus "Spinnmilbe" und "Fruchtgemüse" bzw. "Tomate" sucht, dann werden die zulässigen Mittel genannt. Entsprechend der Liste war das erste von mangosorbet07 eingesetzte Mittel (Neudosan) die bessere Wahl, denn das ist ein Akarizid und auch für den Einsatz gegen Spinnmilben bei Fruchtgemüsen zugelassen. smile

(19.08.15, 16:44)asmx91 schrieb: Ihr könnt mich nun erschlagen! (wegen der Nützlinge)

Hexengebräu - hat bei mir sogar die Rostmilbe um die Ecke gebracht.

Klar wirkt dein Hexengebräu, ist letztendlich auch nix wesentlich anderes als ein selbstgemachtes "Neudosan". wink

Ich erschlage niemanden wegen Nützlingen, aber diverse Mittelchen übereinander anzuwenden ist nicht nur für die Nützlinge gefährlich. wink
Aus diesem Grunde gibt es "Abstandszeiten" und Vorschriften zur Häufigkeit der Anwendung.

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#7
Update: Habe alle trockenen Blätter entfernt (nun ist alles sehr nackig, aber z.T. voller Früchte - sehr seltsam anzusehen) und nochmal mit Schmierseife gesprüht und bin 3 Tage weggefahren, denn das Elend konnte ich mir nicht ansehen und die Hand zuckte immer wieder zur Chemie... Bin nun zurück, habe alles an Trieben, was eklig aussah, abgeschnitten und dort, wo sich noch etwas Milbiges regte, Schmierseife nachgelegt. Werde mal sehen, was sich so ergibt - ich konnte es einfach nicht übers Herz bringen, die Pflanzen wegzuwerfen. Die Mexikanische Honigtomate schmeckt wie jedes Jahr fantastisch, und vielleicht erholt sich der eine bleibende Trieb ja?

Genauere Inspektion ergab, dass auch das winzige Zitronenbäumchen auf dem Balkon leicht befallen war, das wurde also auch gleich beschmierseift, und alle Zierpflanzen bekamen die chemische Keule. Die Chili scheint nicht betroffen, zu meiner Überraschung.

Und eine "gesunde" Pflanze habe ich auch schon wieder: eine winzige Tumbling-Irgendwas-Tomate, die ich über meine Abwesenheit in die Sommerfrische geschickt hatte und die nun am anderen Ende des Balkons steht und meine komplette Aufmerksamkeit bekommen wird.

Wie fix das aber gegangen sein muss: Meine Schwester hatte 8 Tage vor meine Rückkehr nach der Wohnung gesehen und meint, außer vertrockneten Blättern sei da noch nichts gewesen. (Sie hat aber bestimmt auch nicht danach gesucht...)
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#8
@Maya: Danke für die Tipps! Boden säubern ist nicht wirklich möglich, da ich natürlich gerade diesen Sommeranfang schicke Terrassenplatten verlegt habe, auf denen nun alles steht. Was darunter lebt - wer weiß! :-/ Muss ich wohl auf den Frost irgendwann hoffen.
Geiztriebe lasse ich sowieso stehen, aber die waren von den Milben auch alle attackiert. Außer den Spitzen ist nichts Grünes mehr da. Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt. :-)
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#9
Ich verwende gegen Spinnmilben ein Neemprodukt. Es handelt sich um
ein Naturerzeugnis. Neem verdünnt in Wasser spritze ich auch im GWH.
Mehrmaliger intensiver Behandlung würde ich empfehlen.

VG Chris
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#10
(19.08.15, 16:44)asmx91 schrieb: Ihr könnt mich nun erschlagen! (wegen der Nützlinge)

Hexengebräu - hat bei mir sogar die Rostmilbe um die Ecke gebracht.

LG von eurem

:devil:

Und Spinnen. Da hab ich reichlich und keine Spinnmilben:laugh:
LG Frank

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. - Umgedreht ist das schon schwieriger.
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