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Pleiten, Pech und Pannen
#1
Welch ein wunderbares Forum! Ich kann mich gar nicht sattlesen!!!
Hier scheinen eine Menge Experten unterwegs zu sein, da möchte ich mit meinem Anfängerbericht allen still mitlesenden unperfekten Tomatenliebhabern ein bisschen Mut machen.
Durch glückliche Umstände kam ich dieses Jahr zu einer Gartennutzung. Neben allerlei traditionellen Gemüsesorten wie Zwiebeln, Möhren, Bohnen und Kartoffeln wollte ich unbedingt auch Tomaten anbauen.
Dazu ersteigerte ich im Internet einen Samenmix- 50 Samen in 25 Sorten- und legte im März los. Ich hoffte auf 40 Pflanzen. Liebevoll auf Zellstoff in einer Plastebox arrangiert, feucht in eine Plastiktüte geschoben, schön warm und kuschelig verpackt.. Voller Erwartung schaute ich jeden Morgen nach dem Aufstehen und wenn ich von der Arbeit kam nach meinen Samen, doch nichts keimte! Meine jüngste Tochter, die sich Balkonzauber-Samen im Supermarkt gekauft hatte, konnte bereits in kleine Pappbecher pikieren, als mir dämmerte, dass mein Saatgut wohl "defekt" war.
Neue Samen mussten her und so stattete ich jedem Baumarkt meiner Stadt einen Besuch ab. Es gab sogar bereits vorgezogene Pflanzen, allerdings zu horrenden Preisen. Das Sortiment an Saatgut war schon recht ausgedünnt und nicht wirklich günstig, trotzdem würde es für ein paar Jahre reichen. Dachte ich. Nun gab es aber Tütchen mit nur 5 oder 7 Samen...
Ich wollte es schön bunt und hatte insgesamt 100 Samen ausgesät, diesmal in Anzuchterde.
Leider hatte ich eine Keimquote von 100 Prozent! Viel zu viel!
Meine Tochter hatte derweilen (Mitte April) ihre Pflanzen auf den Balkon ausgetopft. Da es schön warm war, beschloss ich, meine Pikierlinge tagsüber auch auf dem Balkon Luft schnappen zu lassen. Also stellte ich einen Großteil meiner Becher in meine noch leeren Balkonkästen.
Als ich am Nachmittag von der Arbeit heim kam, waren die Pflanzen verschwunden und überall lag Erde verstreut. Meine liebe Amselfamilie, mit der ich seit Jahren in friedlicher Koexistenz meinen Balkon teile, hatte auf der Suche nach Regenwürmern alle Tomätchen einfach rausgerissen und ZACK! über die Brüstung geworfen.
Ich habe erst ein bisschen geweint und dann nochmal ausgesät. Allerdings war ich in der dritten Runde nicht mehr so ganz mit Herzblut dabei: pikierte einen Großteil gleich in mittelgroße Plasteblumentöpfe voller Kompost und stellte alles ins Gewächshaus im Garten. Dort habe ich ein Plasteregal mit mehreren Etagen aufgestellt. Jetzt musste ich zwar täglich zum Gießen hin (20 Minuten Weg), und die Etagen habe ich bei der Gelegenheit auch ständig gewechselt, damit jede Pflanze mal das Licht von oben  bekam, aber es geschah ein Wunder: jeden Tag wuchsen die Pflanzen so sehr, als wären 3 Tage vergangen. Schöne fette Stängel, dunkelgrüne Blätter, die herrlichsten Pflanzen.
Pünktlich nach den kalendarischen Eisheiligen (meine Tochter hatte zu jenem Zeitpunkt schon Blüten und Fruchtansätze) pflanzte ich in 12-Liter-Baueimer aus dem Baumarkt. Hälfte Pferdeäpfel, Hälfte Kompost, Bambusstab dazu. Platziert wurden die 40 Kübel dicht an dicht an der Südwand von Laube, Schuppen und Gewächshaus. Fortan wucherte alles, so dass ich aus Platzgründen ein paar Kübel ungeschützt ins Freie stellen musste. Die Beete waren alle belegt, sonst hätte ich dort Tomaten reingepflanzt.
Ich hatte mir keine Schildchen gemacht, wusste deshalb nicht, welche Sorte da vor mir explodierte und deshalb habe ich anfangs nicht ausgegeizt. Manche Pflanzen sind inzwischen doppelt so groß wie die Bambusstäbe. Beim Gießen ist mir durch unvorsichtiges Hantieren ein Stängel abgebrochen, leider kannte ich da den Trick mit dem ins-Wasser-stellen noch nicht. Aber die Pflanze hat freiwillig einen Seitentrieb produziert, der wahnsinnig gut trägt.
Von meinen 50 Internetsamen waren inzwischen doch noch 3 gekeimt und über entfernte Arbeitskollegen bekam ich deren übrig gebliebene "Vereckerli", die ich auf dem Balkon unterbrachte. Je drei mickrige Pflanzen in eine Ampel - nicht ahnend, dass ich bald in einem Dschungel wohnen würde.
Ich habe die köstlichsten Tomaten geerntet, offenbar nicht halb so viel, wie möglich wäre, wenn ich so Eure Schilderungen lese und die Fotos bewundere, doch für mich und meine Kinder und Kindeskinder ist es mehr als ausreichend.
Meine Lieblingstomate ist die Johannisbeertomate. Die hat hunderte, wenn nicht tausende Früchte. Und es ist noch kein Ende abzusehen!
Es grüßt mit einem Augenzwinkern
eine anonyme Tomatensüchtige ;-)
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#2
Zwinker, zwinker zurück und herzlich willkommen hier im Forum.

Na, das ist ja mal ein toller Einstand. Man kann förmlich spüren, mit welch Elan und positiver Energie Du am Werk bist. Bitte behalte Deine Einstellung unbedingt bei. Wie Du siehst, kommt der Erfolg dann ganz von alleine.

Ich freu mich schon, noch sehr viel von Dir lesen zu dürfen.
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#3
Danke für die netten Zeilen!
Ja, schaun wir mal, was ich so fabriziere die nächste Zeit. Erstmal bin ich ja überwältigt von den ganzen Tipps und Tricks, die Ihr hier sammelt. Ich werde sicherlich ein paar Monate brauchen, um alles durchzuarbeiten... 
LG, Zwinkerauge
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#4
Hallo Leidensgenosse!! 
Bin auch erst seit kurzem hier im forum und regelmäßig geflasht von den Tipps und Ideen. Ich habe von einer Gartenfreundin Tomaten zum probieren bekommen und schon fleißig Samen gesammelt . Im nächsten Jahr bin ich hoffentlich schlauer und kann meine "Babys" besser versorgen.
Auf eine neue, tolle Saison!!  Sun

Lg Tina
PS. Hätte Samen von roter und gelber Johannesbeertomate für dich.
Wenn Kakao an Bäumen wächst, ist Schokolade Obst  
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#5
Hallo Tina, 
hier schreibt die Leidensgenossin, bin ein Weibchen :-) 
Obwohl ich noch liebevoll meine diesjährigen Pflanzen betüddele und ihnen noch so manche Frucht vom Strauch streichle, geb ich zu, dass ich gelegentlich schon über die nächste Saison nachdenke. 2019, wo alles noch viel besser klappt... 
Dein Samenangebot finde ich klasse, aber von den roten Johannisbeeren habe ich noch. Auf der Packung stand auch nix von F1, ich habe also ein paar "Ersatzsamen" auf einem Taschentuch getrocknet, wahrscheinlich viel zu viele. 
Ich habe nur 40 Stellplätze und mir macht es ein wenig Angst, wenn ich lese, wie viele Sorten es gibt und wenn ich mir vorstelle, die alle ausprobieren zu müssen! Ich glaube, ich nehme lieber jedes Jahr die gleichen, die mir geschmeckt haben, unterschiedlich aussehen, zu verschiedenen Terminen reifen und die sich bewährt haben. 
Die Andenhorn beispielsweise fliegt bei mir aus dem Sortiment, sieht zwar witzig aus, ist aber furchtbar mehlig. Mein Lieblingsenkel schnappte sich eine vom Tomatenteller, biss herzhaft rein und schaute hernach ganz entgeistert: "Ist das eine Grießbreitomate?" 
Die also könnte ich Dir im Tausch anbieten, allerdings wirst du sie jetzt nicht mehr wollen, wo ich sie so angepriesen habe?! 
Allerdings sind Geschmäcker ja verschieden. 
Wie viele Pflanzen kannst /willst /wirst Du anbauen? 
Neugierige Grüße von Zwinkerauge
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#6
Habe ca. 16 Plätze frei. Habe einige Sorten zum tauschen angeboten, darunter eine super leckere Sorte von der ich den Namen nicht kenne. Ich muß auch ein bisschen auf die Höhe schauen, da ich im Gewächshaus auch kurze Seiten habe. Ich werde mal ein paar kleine Sorten testen. Hier bekommt man echt tolle Tipps und Anregungen.
Gibt hier ein Tauchportal, guck doch mal rein. 
Lg Tina
Wenn Kakao an Bäumen wächst, ist Schokolade Obst  
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#7
In diesem Jahr lief es schon viel besser bei mir, aber noch lange nicht perfekt.
Ich habe 2 Tomatenorte: einmal den Balkon und dann den Garten, ca. 20 Laufminuten von der Wohnung (isch abe gar kein Auto).
Auf meinem Balkon habe ich vier verschiedene Tomatensorten angebaut. In den Balkonkästen Red Robin (20cm) und Balkonzauber (40cm) Zwei überreich tragende Sorten für ihre Größe! Und vom Geschmack her mittelgut. Allerdings waren diese Tomaten bereits Mitte Juli "alle", also leer geerntet und da kommt auch nichts mehr nach. Ich überlege, ob ich im nächsten Jahr zeitversetzt nochmal aussäe und die abgeernteten Tomaten ersetze.
Hat damit jemand Erfahrung?
In sechs Blumenampeln wachsen Rote Murmeln, die einen wunderbaren grünen Vorhang bilden und andauernd fruchten und noch immer blühen und mir und den meinen ganz außergewöhnlich gut münden.
In sechs weiteren 12Litertöpfen habe ich eine Sorte Buschtomaten. Die sollte nicht so groß werden, wurde sie auch nicht, nur 60cm. IDEAL. Die hat auch wahnsinnig angesetzt und getragen, ich war der glücklichste Mensch auf der Welt - bis ich die erste probierte. Leider schmeckte auch die zweite nicht und die dritte nicht usw. In meiner Ernteecke liegen die in einer seperaten Schale. Ich kann sie ja nicht mal verschenken, wen wollte ich mit geschmacklosen Tomaten verärgern? Sie taugen nur für Rührei oder Soße und es hängen immer noch viele Früchte dran und die geernteten halten ewig. Sie schrumpeln nicht, sie faulen nicht. Die Sorte heißt Hoffmanns Rendita. Ich hätte gerne Vorschläge für eine ähnlich kleine ertragreiche aber SCHMACKHAFTE Sorte. Oder nicht ganz so ertragreiche. ;-)
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#8
Im Garten unterscheide ich 3 Anbaubedingungen: Kübel unter einem Dach, Freiland ungeschützt und Hochbeet ungeschützt. Von den Sorten habe ich viele russische, die recht unkompliziert sind.
Im Hochbeet wächst alles wie verrückt, ich habe nichts ausgegeizt. Die Seitentriebe gehen bis zum Boden, es ist ein kleiner Urwald. Hier begann meine Ernte und wenn das Wetter so bleibt, oder ich da eine Glasglocke drüberstülpen könnte, dauert sie noch bis Dezember. Ich habe übrigens immer auch über die Pflanzen gegossen, was man nicht machen soll, aber sie abzuduschen war mir ein Bedürfnis. Im Hochbeet lagern geschredderter Liguster, Forsythie, Kirschlaub, Rasenschnitt und reiner Kompost. Habe es erst im Herbst angeschafft. Diesen Herbst erwerbe ich ein weiteres.
Mit meiner Kübelwirtschaft habe ich ein wenig experimentiert, verschiedener Mulch (kleingeschnittene Bananenschalen, die ich bei meiner Familie den Winter über gesammelt habe, geschredderte Brennnessel, Rasenschnitt, gesammelte Blüten von Rainfarn vom Vorjahr) sowie Unterpflanzungen. Ringelblume, Studentenblumen und Zwiebeln haben gut funktioniert, Basilikum ist nicht gekeimt.
Ebenfalls nicht gekeimt ist die Chocolate Stripes, die mir hier im Forum empfohlen wurde. Von 10 Samen nicht eine. Weil ich trotzdem noch was fürs Auge wollte, habe ich 10 Grüne Zebras gesät und auch alle durchgekriegt. Die reifen jetzt endlich, weil es diese Woche noch mal richtig warm geworden ist.
Mir ist aufgefallen, dass gelbe Sorten eher reifen als rote. Gelbe Pflaume, gelbe Birne, Zitronentomate und Goldenen Königin waren zumindest bei mir fix. Bei der goldenen Königin ist mir ein schwer tragender Haupttrieb abgebrochen. Inzwischen sind sämtliche notgeernteten Tomaten nachgereift.
Allerdings schmecken die gelben Sorten nicht so intensiv.
Auch hier wäre ich dankbar für Vorschläge.

Die Tomaten im normalen Beet (sehr steinig) haben am meisten rumgemuckt. Offenbar konnte ich Ihnen nicht genügend Futter (Hornspäne, Kompost) bereitstellen, die Pflanzen blieben vergleichsweise klein und tragen unterdurchschnittlich. Es sind die gleichen Sorten wie im Kübel und im Hochbeet. Vom Geschmack her unterscheiden sie sich eher nicht.
Mein Fazit:
1. Ich werde in diesem Garten Tomaten nur in Kübeln oder im Hochbeet anbauen.
2. Es ist egal, welchen Mulch oder welche Unterpflanzungen ich wähle.
3. Es wird auch 2020 wieder jede Menge Tomaten geben!
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