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schlappe blätter und frage zur urlaubsbewässerung
#1
Liebe ForumsteilnehmerInnen,

eine meiner 2 Balkontomaten hat seit Tagen schlappe Blätter und ich finde nicht heraus, woran es liegt.

Ich habe 2 Pflanzen (weiss nicht welche Sorten es sind) in je einem 10 Liter Kübel auf dem Balkon. 
Die Pflanze um die es geht ist 80 cm hoch (die andere 60).
Sonne haben sie maximal 5 Stunden am Tag (aber Berliner Wetter).

Gleich nach dem Einpflanzen hab ich sie mit Stäbchen gedüngt (je 2 pro Kübel) und weil auf der Packung steht, dass man das insgesamt nur 2x machen soll (das nächste Mal wenn Blüten kommen) bisher nur dieses eine Mal.

Eigentlich giesse ich sie nur 1x am Tag aber in letzter Zeit, wo es so heiß war morgens und abends jeweils ca. 1,5 liter pro Kübel.
Die Kübel haben unten Ablauflöcher und keine Untersetzer.

Seit einigen Tagen lässt eine der beiden Pflanzen die Blätter hängen. Erst dachte ich, dass ich sie vielleicht zuviel giesse und gestern hab ich sie einfach mal abends nicht gegossen. Heute sah sie dann aber NOCH schlechter aus.

Die Blätter sind nach innen eingerollt und die Zweige hängen, aber die Blätter sind  nicht gelb.

Die andere Pflanze ist seltsamerweise topfit obwohl ich sie genauso behandle. 

So sehen die Pflanzen aus:

https://goo.gl/photos/rseLBLvXkpie37Gk9


Auf den Fotos sieht man, dass ich sie an einige Blumat-Kegel angeschlossen hab, damit komme ich zum 2. Problem. Und zwar fahren wir für 10 Tage weg und ich habe niemanden zum giessen.
Ich habe das jetzt nur gerade mal so aufgebaut um es zu testen. 

Deswegen jetzt meine 2. Frage: meint ihr, dass 4-5 Tonkegel (die großen) reichen könnten? Oder ist das utopisch?

Ich wäre super dankbar, wenn Ihr mir weiterhelfen könntet.
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#2
Wieso findest Du nicht heraus, woran es liegt? Du hast nicht gegossen und die Pflanze sieht nun noch schlechter aus, das sagt doch alles. :rolleyes:
Deine Pflanze hat Durst und Hitzestress.

Besorg Dir Untersetzer für beide Pflanzen. Sofort. (Kann ja auch ein Eimer, Teller, Deckel, Tablett oder sonstwas sein).

Das Wasser läuft unten raus und sie bekommt nicht genug zu trinken.
Bei dem Wetter trocknet der Wurzelballen komplett aus. Wenn Du nun gießt, dann fließt das Wasser zwischen dem ausgetrockneten Ballen und dem Topfrand einfach durch und unten wieder raus. D. h. nur minimale Wassermengen landen im Ballen und damit bei den Wurzeln.

Wenn da Untersetzer sind, dann sammelt sich das Wasser unten und kann danach wieder nach oben gesogen werden, wo es dann den Wurzelballen komplett durchfeuchtet.

Dass es der anderen Pflanze besser geht, liegt an zwei Dingen:

1. Sie steht auf einem Kübel der so dicht abschließt, dass da unten das Wasser nicht so einfach rauslaufen kann. Sieht man gut auf dem Foto.
2. Steht sie luftiger und nicht so dicht an der Wand. Man kann deutlich sehen, dass die wandzugewandten Blätter mehr einrollen. Das ist ein Verdunstungsschutz. Die Wand strahlt Hitze ab und die Pflanze verbraucht mehr Wasser.


Zum Urlaub:

Ohne Untersetzer wird das auch mit Blumat keinesfalls was.

Auch mit halte ich das für sehr grenzwertig.
2 Liter je Pflanze je Tag = 20 Liter in 10 Tagen für jede Pflanze. Da brauchst Du sehr große Wassergefäße.


Grundsätzlich würde ich für den Urlaub:


- die Pflanzen von den Wänden wegrücken, um die zusätzliche Hitze durch die Wände zu minimieren
- irgendeine Art von halblichtdurchlässiger Beschattung schaffen (Vlies/ dünne Tücher vor dem Balkon quer hängen o. ä.), um den Wasserbedarf zu verringern
- beide Kübel kurz vor der Abfahrt "tauchen", d. h. die Kübel so lange in einen großen Eimer mit Wasser stellen (Wasser muss höher sein als die Kübeloberkante), bis da nichts mehr blubbert. Erst wenn keine Sauerstoffblasen mehr aufsteigen, ist der Wurzelballen wirklich durch und durch feucht = ordentliche Nässe für den Start
- Untersetzer bis zum Rand mit Wasser füllen = kleines Wasserreservoir für den Anfang, um die Zeit zu verringern, die nur der Blumat füttert
- mehr Blumatkegel benutzen

Dann könnte es vielleicht klappen mit den 10 Tagen.


Zur Düngung:

2 Stäbchen für einen Topf dieser Größe? :blink:
Stäbchen bemessen sich nach Durchmesser Topfgröße: Bei einem Topf mit 15 cm Durchmesser sind es i. d. R. schon mindestens 3 Stäbchen.
Dein Topf ist um einiges größer.

Wie ist die NPK-Zusammensetzung dieser Stäbchen?
Die sind doch bestimmt nicht für Tomaten? Für Starkzehrer?

Bei Blumen macht man das so, dass sie zu Beginn und dann zur Blüte gedüngt werden.
Deine Tomaten brauchen aber Dünger, um überhaupt Blüten anzusetzen. So wird das nix.
In was für Erde hast Du gepflanzt? Ist da Kompost dazu gekommen?
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#3
Dann könnte es vielleicht klappen mit den 10 Tagen. :sweatdrop: :sweatdrop:


Nur 1 Tag lang so ein Wetter wie heute  und die Pflanzen verwandeln sich in einen Trockenstrauß.

Bei 10 Tagen Abwesenheit wären die Pflanzen besser in einem hellen Innenraum unter gebracht.
Wenn das Badezimmer Tageslicht hat..wäre kein schlechter Ort. Glasses

Natürlich werden die Pflanzen dort nicht fröhlich weiter wachsen + gedeihen, sondern eher verhalten.

ABER: Nach dem Urlaub sollte von den Pflanzen noch genügend übrig sein, was dann wieder betüddelt werden kann.

Beste Variante wäre ein netter Nachbar/in ,die/der die Pflege übernehmen könnte.
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#4
@ grill-fan
Sehr gute Idee mit dem Innenraum! :thumbup: 
Dein Hirn funktioniert bei der Hitze deutlich besser als meines. :blush: 


Noch besser wäre in der Tat jemand der gießt.
Irgend ein Nachbar oder ein Schüler, der sich bissl Taschengeld verdient.
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#5
bei der Hitze

Sun Sun        :sweatdrop: :sweatdrop: Yes
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#6
(22.06.17, 20:31)Mayapersicum schrieb: Das Wasser läuft unten raus und sie bekommt nicht genug zu trinken.
Bei dem Wetter trocknet der Wurzelballen komplett aus. Wenn Du nun gießt, dann fließt das Wasser zwischen dem ausgetrockneten Ballen und dem Topfrand einfach durch und unten wieder raus. D. h. nur minimale Wassermengen landen im Ballen und damit bei den Wurzeln.
Das ist zwar prinzipiell richtig, aber davon verdurstet keine Pflanze. Die letzten beiden Jahre habe ich meine Pflanzen grösstenteils im Kübel gehabt, und alle ohne Untersetzer. Geht ganz gut, vor allem, wenn man mit umgedrehten Plastikflaschen als Einfüllung arbeitet. Da verschwindet das Wasser nicht sofort, sondern versickert so langsam, dass es sich gleichmässig im Topf verteilen kann.
Stellt man den Topf komplett ins Wasser, so dass er sich vollsaugen kann, dauert es selbst bei Hitze ein paar Tage bis die Pflanze wieder Wasser braucht, und dann sollten diese Kegel ausreichend sein.
 
Mulchen wurde noch nicht genannt. Das hilft ungemein um die Verdunstung von oben zu verlangsamen.
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#7
(22.06.17, 21:22)Mayapersicum schrieb: Noch besser wäre in der Tat jemand der gießt.
Irgend ein Nachbar oder ein Schüler, der sich bissl Taschengeld verdient.

Echt jetzt? Du würdest dir einfach "irgendwen" nehmen, dem du deine Wohnungsschlüssel wegen zweier Tomatenpflanzen anvertraust?
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#8
Danke Mayapersicum, Grill-Fan und Galapagos für Eure sehr insprierenden, informativen und detaillierten Antworten! Ich werde auf jeden Fall gleich morgen Untersetzer besorgen und die Ideen mit dem Mulch, dem Fliess oder Innenraum finde ich auch total interessant. Was ich auch nicht wusste war, dass sie von der Wand abgerückt werden sollten und garnicht so viel Hitze abkönnen (in Berlin waren heute 27 Grad).

Die Pflanzen standen übrigens bis heute beide vor derselben Wand. Beide nebeneinander, direkt auf dem Boden, ohne Untersetzer. Also wochenlang unter komplett gleichen Bedingungen.


Nur weil ich heute die Blumat-Kegel eingesetzt hab hab ich, kurz bevor ich die Fotos gemacht hab, etwas verändert. Die Pflanzen sollten etwas höher stehen weil ja der Wasserspiegel unterhalb der Höhe der Kegel sein soll. Ich hab sie Pflanzen also etwas aufgebockt: die schlappe Pflanze vor die Balkontür gestellt weil dort eine kleine Stufe ist und die andere auf einen Kasten. 
Aber auch dieser Kasten schützt das Wasser ja nicht vor dem Ablaufen. 

Ich hatte gedacht, dass es vielleicht ganz gut ist, wenn sie keine Untersetzer haben, wegen der Staunässe. Die Kübel sind ja, wenn sie nass sind, auch ziemlich schwer und ich dachte, es wäre ganz praktisch ohne Untersetzer, weil ich sie dann nicht ständig hochheben muss um das Wasser abzugiessen.

Die Erde die ich nehme ist aus dem Baumarkt, aber ausgewiesene "Bio-"Erde, extra für Tomaten.
Die Düngerstäbchen sind auch extra für Tomaten, es sind so ganz dicke, rote, von Substral.

Ich dachte eigentlich, 10 Liter-Kübel wären normal, weil ich das überall gelesen hatte. Deswegen ging ich davon aus, dass die bei der Dosier-anleitung solcher Stäbchen sowas voraussetzen. Zu den Inhaltstoffen hab ich das hier gefunden:
  • NPK-Dünger mit Formaldehyd-Harnstoff, 15 - 8, 1 - 14, chloridarm, mit Magnesium
Wenn Ihr meint kann ich ja auch nochmal eins hinterher schieben. 

Und ich hatte auch geglaubt, Tomaten mögen ganz viel Sonne und hatte sogar schon Sorge, ob die Bedingungen auf meinem Balkon überhaupt so optimal sind. Weil ja nur äusserst selten mal 5 Stunden am Stück die Sonne scheint. Heute hat es in Berlin eigentlich den ganzen Tag geregnet und es war nur vormittags kurz sonnig.
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#9
Düngung:
Okay, die Stäbchen sind hochdosiert für Tomaten. Das ist schon mal was.
Der Formaldehyd-Harnstoff wird eigentlich langsam abgebaut, ist aber schon ganz schön reichlich.

Schau bitte mal auf der Verpackung genau nach, ehe Du weitere Stäbchen benutzt.

Da müsste was zur Topfgröße oder zum Liter-Volumen oder pro m² je Stäbchen stehen.
Das muss man dann auf die eigenen Bedingungen anpassen.
Kein Hersteller setzt eine bestimmte Topfgröße voraus, nur weil sie in Foren häufig genannt wird.
Ich bin von anderen Stäbchen ausgegangen, bei meinen Angaben oben. :rolleyes:



Staunässe:
Ist nur in Zeiten ein Problem, wo es kalt ist und die Pflanzen wenig trinken (Frühjahr, kleine Pflanzen) oder wenn sie im Freien stehen und es über längere Zeit regnet, der Topf also ständig geflutet ist.

Grundsätzlich mögen Tomaten im Topf aber gleichbleibende Feuchtigkeit (nicht Nässe!) sehr gerne.



Sonne:
Tomaten mögen Sonne, sie mögen auch viel Licht, bei zu wenig Licht wachsen sie schlechter und die Fruchtreife dauert länger.
Trübes Wetter bedeutet übrigens nicht automatisch wenig Licht wink

... aaaaaaaaaaaaaber im Hochsommer in der Sonne vor einer Wand ist etwas ganz anderes als mitten im Garten.  Miss mal die Temperatur der Wand, wenn es im Schatten 27 Grad hat. Da kommst Du locker auf 35 Grad und mehr. D. h. die Pflanzen verdunsten viel mehr Feuchtigkeit, müssen viel mehr gegossen werden. 

...und: auch Tomaten kann es zuuuuu heiß werden! Spätestens ab 40°C funktioniert die Bestäubung nicht mehr richtig, werden Blüten abgeworfen => weniger bis keine Früchte! Das will man nicht, also muss man sich bei Temperaturen über 30°C eben was einfallen lassen, damit die Temperaturen am Standort sinken.
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#10
Hallo,

ja, Tomaten mögen Sonne,

ja, der Anbau in 10-Liter-Kübeln ist möglich,

Aber.... je kleiner die Pflanzkübel und je mehr Sonne, desto öfter muss man nach ihnen schauen uuuund dann auch erkennen, was eventuell grade schief läuft (Wasser/Dünger/Mangel/Krankheiten....)
Das passt nicht wirklich zur "Urlaubsplanung" für den Hochsommer, sondern eher zu "ich bin sowieso den ganzen Tag zu Hause".

Du hättest es wahrscheinlich einfacher, wenn Deine Pflanzen größere "Schuhe" hätten....und ein eventueller "Urlaubs-Babysitter" hätte es auch leichter.

Verschiedene Sorten haben auch etwas unterschiedliche Ansprüche/Wünsche....

Kannst Du Deinen Pflanzen, egal wie/wo sie Deinen Urlaub verbringen werden, noch mehr Erde gönnen?
(ich habe Tomaten in Kübeln/Pflanztaschen nicht unter 30 Liter, meist 45 Liter, bestimmte Sorten auch in 70 Liter...., die "Minis" zu dritt, oder allerhöchstens viert, in 90 Litern). Ich kann aber auch nicht jeden Tag genau und mehrfach nach jeder Pflanze sehen.

Es gibt auch Menschen, die pflanzen Ihre Tomaten einfach in einen aufgeschnittenen 45- oder 70-Liter Erdbeutel    (Abzugslöcher erforderlich )

Mit Düngestäbchen und Bewässerungskegeln kenne ich mich nicht aus, urlaube erst im Oktober und habe eine fähige Babysitterin....

V.G.
Carmen
DNFTT
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