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Wieviel Wasser benötigt meine Tomate?
#1
....grundsätzlich bedeutet viel wasser größere früchte und somit höherer ertag
aber
höhere anfälligkeit gegenüber krankheiten (insbesondere grauschimmel), die früchte neigen eher zum aufplatzen und die pflanze bildet vermehrt blätter
und last but not least, der geschmack wird 'verwässert'

deshalb versuchen wir die bewässerung der tomaten zu optimieren...

vorweg... die tomate ist ein tiefwurzler und kann, je nach gießverhalten, in tiefen von 60 bis 120 cm vordringen
der wasserbedarf ist direkt abhängig von der vorherrschenden temperatur, der strahlungsintensität (sonnenscheindauer) und wie windig es ist

- nach der pflanzung 3-4 tage durchdringend gießen (gießdurchmesser etwa 50% größer als der ballendurchmesser der ausgetopften tomate war)
- danach 1 bis 2 wochen trockener kultivieren (1-2 cm der substratoberfläche abtrocknen lassen, erst dann wässern) und ca 0,5 liter pro pflanze pro tag gießen, bildung von neuen wurzeln in alle richtungen (zwiebelförmig) wird angeregt
- danach bis der erste fruchtansatz erscheint gießen wir weiterhin so, dass das die wurzelbildung (vor allem in die tiefe) angeregt wird, mit einer wassermenge von nun 0,5 bis 1 liter pro pflanze und tag
wichtig ist mit den fingern zu kontrollieren dass das substrat ca 2 cm oberflächlich abgetrocknet ist bevor man wieder wässert
- sind die tomaten vollständig entwickelt kann man folgende rechnung zur ermittlung des wasserbedarfs vereinfacht aufmachen:
anzahl der voll entwickelten blüten- und fruchtstände an der tomatenpflanze, multipliziert mit 300 ml wasser bei schönem wetter (sonniger sommertag) und mit 150 ml wasser bei bedecktem himmel
so kommt man beispielsweise an einem schönen sommertag für eine tomatenpflanze mit 5 vollentwickelten blüten- und fruchtständen auf einen bedarf von ca. 1,5 liter gießwasser

aber immer dran denken .... das substart oberflächlich 2-3 cm abtrockenen lassen und dann wieder durchdringend gießen... dann kann man die errechnete wassermenge auch mal erst am 2. oder 3. tag summiert gießen, das regt das wurzelwachstum an

bei wachstumseingriffen an der pflanze wie reduzierung der blattmasse, ausbrechen der blütenstände,... muss die gießmenge angepasst und etwa 20-30% reduziert werden

das gießen der tomaten soll möglichst bis 14 uhr (bei großer hitze bis 16 uhr) abgeschlossen sein, damit genügend zeit zur abtrocknung der substratoberfläche bleibt und somit keine guten bedingungen für schadpilze herrschen
schöne ernte
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#2
Danke für diese Infos.Etwas fehlt mir dabei,was sehr zum Wohle der Pflanzen,da ausgeglichenere Bodenwärme,von grossem Nutzen ist und erheblich Wasser spart! Ich meine das Mulchen des Bodens rings um die Tomatenpflanzen.
Bei uns (Slawonien/Kroatien) ist der Sommer sehr heiss mit wenig Niederschlag.Meine Tomaten bekommen vor dem setzen viel Wasser ins Pflanzloch.Dann nach dem Einsetzen wird nochmals gut angegossen,gemulcht und erst wenn ich Brenneseljauche giesse nach etwa 4 Wochen,gibt es wieder Wasser.Der inzwischen zersetzte Grasmulch wird nach Möglichkeit mit den verblüten Ringelblumen und Mohnstände und Stroh ersetzt.Natürlich wenn vorhanden auch wieder Gras.Auf diese Weise gebe ich meinen ungedeckten Tomaten pro Saison maximal 4-5 mal Wasser.Die Gedeckten bekommen einmal pro Woche(bei seit 3 Wochen Tempis um und über 30 Grad!
Anbei ein Bild von der so selten gegossenen(Regen war in den letzten 7 Wochen ungefähr zusammen 7 Stunden) Rote Riesen von Wien,welche wir heute gegessen haben.Sie wog 480 gramm und war wunderbar würzig.Trudi    
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#3
Zitat:Etwas fehlt mir dabei,was sehr zum Wohle der Pflanzen,da ausgeglichenere Bodenwärme,von grossem Nutzen ist und erheblich Wasser spart! Ich meine das Mulchen des Bodens rings um die Tomatenpflanzen.

... ja genau!
je nach individuellen erfahrungen fehlt da noch mehr...
deshalb
ich werde den beitrag ergänzen, berichtigen, verändern,... und hoffe auf weitere anregungen
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#4
(15.07.11, 20:46)diptam schrieb: wichtig ist mit den fingern zu kontrollieren dass das substrat ca 2 cm oberflächlich abgetrocknet ist bevor man wieder wässert

Spricht dies gegen eine Dauer-Bewässerung mit Tropfern? Das ständige tröpfeln verhindert, daß der Boden oberflächlich abtrocknet.


(15.07.11, 20:46)diptam schrieb: - sind die tomaten vollständig entwickelt kann man folgende rechnung zur ermittlung des wasserbedarfs vereinfacht aufmachen:
anzahl der voll entwickelten blüten- und fruchtstände an der tomatenpflanze, multipliziert mit 300 ml wasser bei schönem wetter (sonniger sommertag) und mit 150 ml wasser bei bedecktem himmel

Das passt.
Ich bewässere im Tomatenzelt mit Regenwasser aus Tonnen. Die Pflanzen bekommen witterungsabhängig etwa 1 bis 2 Liter pro Pflanze und Tag per Tropfbewässerung. (Errechnet aus dem gespeicherten Wasservorrat und der Zahl der Pflanzen/Tropfer).

Im heißen Juni lief die Tropfbewässerung 24 Std täglich.

Jetzt (hier ist es seit längerem eher kühl und regnerisch) läuft sie nur ca. 8 Std.täglich.
Das ist knapp. Wenn mal die Sonne rauskommt, bekommen die Pflanzen schnell "schlappe" Spitzen.

Auswirkungen der eher zurückhaltenden Bewässerung auf die Zahl der Blütenstände oder die Größe der Früchte bemerke ich (noch) nicht.










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#5
Zitat:Spricht dies gegen eine Dauer-Bewässerung mit Tropfern? Das ständige tröpfeln verhindert, daß der Boden oberflächlich abtrocknet.

wenn ich das richtig gesehen habe, hast du deine tomaten in töpfen und hast eine mikrobewässerung.
meine empfehlungen gelten für ausgepflanzte tomaten.
in behältern (je nach größe) gelten andere bedingungen, die eine 'dauerbewässerung' oftmals nötig macht.

Zitat:Wenn mal die Sonne rauskommt, bekommen die Pflanzen schnell "schlappe" Spitzen.
wenig substrat, wenig wurzelmasse hat die konzequenz, dass ständig gewässert werden muss und sich trockenheit schnell auf die pflanze auswirkt.
oft besteht dann auch ein missverhältnis zwischen oberirdischem pflanzenanteil (blatt- und fruchtmasse) und wurzelwerk, was das ganze noch verstärkt.
schöne ernte
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#6
Hallo!
Ich habe am 11. 4. eine Roma, die ich schon länger im Anbau habe, die also klimaangepaßt ist, im Freiland in ein Schlammloch gepflanzt, gemulcht und gar nicht mehr gegosssen.
Sie ist 2-triebig geworden, hat sehr kurze Internodien. Hatte nur Gemüsenachbarschaft, also mehr Licht als meine anderen Tomaten, die erst Mitte Mai unter ein Dach oder in Töpfe am Haus kamen.
2 Frostnächte überstand sie unter einem Eimer. Der trockene Mai hat ihr gar nix ausgemacht. Sie ist halt sehr kurz geblieben. Jetzt fängt sie wieder an zu wachsen und zu blühen. Es sind über 40 Früchte dran. Die erste färbt sich.
Sobald ich es kann, stell' ich mal ein Foto ein.
Grüße - p.


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#7
Hallo zusammen,

ich habe dieses Jahr einen Testlauf gewagt und unsere Tomaten nicht, respektive so gut wie nicht gewässert und - es geht auch.....ganz sicher stehen die Pflanzen nicht so fett da, bezüglich des Ertrags und der Fruchtgrösse können wir jedoch nicht klagen. Zwei Sorten, die es vielleicht doch gerne etwas feucher haben würden sind die "Berner Rose" und die ein oder andere "Marmande"....Reisetomate, Fleischtomate Paprikaförmig, Stripped Roman (dieses Jahr keine Probleme mit Blütenendfäule bei den Flaschentomaten - vielleicht liegt es aber auch am stripped?!?), Green Zebra, Black Zebra, Fleischtomate Paprikaförmig, Gardeners Delight, Waltingers, Vesinnij Mieurinskj, Ochsenherz Orange, Fuzzy Wuzzy und unsere wild aufgegangenen Fleischtomatengebirge kommen gut ohne Gießen aus, obwohl alle im Tomatenhaus stehen.....ich habe anfangs ein ca. 40 cm tiefes Loch gegraben, eine ca. 20cm grosse Brennesselkugel auf den Grund gelegt, mit Erde bedeckt, 10L Wasser eingefüllt und unsere Setzlinge obenauf gesetzt und mit dem mehr oder weniger trockenen Aushub fetsgedrückt und das wars.....anfangs waren sie etwas beleidigt, aber da muss man durch, weil nur so entwickeln sie offensichtlich die benötigten Wurzeln um es auch ohne tägliches Betüddeln auszuhalten....die Tomaten haben einen Abstand zur Aussenwand von ca. 30 cm, das herabtropfende Regenwasser vom Dach des Tomatenhauses müssen sie sich dort, oder aus der Tiefe holen und sie tun es....:clap:


grüssliiies
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#8
Zitat:ich habe dieses Jahr einen Testlauf gewagt und unsere Tomaten nicht, respektive so gut wie nicht gewässert und - es geht auch.....ganz sicher stehen die Pflanzen nicht so fett da, bezüglich des Ertrags und der Fruchtgrösse können wir jedoch nicht klagen.

kann ich mir sehr gut vorstellen!

kannst du, bevor du die pflanzen rodest, an der hauprwurzel in die tiefe graben, wie weit die nach unten reicht um ans wasser zu kommen und berichten?
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#9
Die Erfahrung von Pollastrella kann ich bestätigen. Dieses Jahr habe ich nur reine Freilandtomaten, also leider auch ohne Dach. Nur während der heftigen Trockenphase habe ich einmal in der Woche kräftig gegossen (mit dem Schlauch!), also etwa 4-5mal insgesamt. Auch bisher keine Probleme.
Beste Grüße,
JPM
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#10
Hallo,
ich hätte mal eine ganz dringend eine Frage!
Meine Mama hat mir dieses Jahr 5 Tomatenpflanzen geschenkt, die sie aus Samen hoch gezogen hat u.a. Ochsenherz, purple Russian, Wildtomate, green zebra und gelbe Birne. Jetzt ist es so, dass ich die Tomaten in große Töpfe umgetopft habe und sie auch dünge und gieße und mache und tue und ihnen gut zu rede, aber aus welchem Grund auch immer lassen sie die Blätter hängen, der boden fühlt sich viel zu nass an. Sie wachsen vor allem in die Höhe , aber vom Strunk her sind sie sehr dünn(zu dünn), dass weiß ich, weil ich den direkten Vergleich zu den Pflanzen von meiner Mama zuhause habe, ihre Pflanzen sind richtig kräftig und dunkel grün! allerdings muss ich dazu sagen, dass meine Pflanzen trotzdem Blüten entwickeln! Was mache ich falsch???
liebe Grüße
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