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Verkreuzungen! unfähig?
#1
Ich muß eine grunsätzliche Frage, zu Verkreuzungen, klären.

Ich habe dieses Jahr ca 100 Sorten im Anbau und von vielen habe ich 2 Pflanzen der selben Sorte nebeneinander gesetzt.
Jetzt muß ich  festellen, daß einige Sorten deutlich von meiner Vorstellung abweichen.
Ich habe zum Beispiel die Sorte Annanas dreimal im Anbau 1 Pflanze hat eine wunderschöne gelbe rot gestreifte Frucht die beiden anderen ähneln eher einer Cocktailtomate.
oder, letztes Jahr habe ich von einer Cuore di Bue Samen genommen an einem Stock waren sowohl runde Früchte wie auch herzförmige Früchte. Die Nachzucht sieht aus wie eine mini Marzano - die auch im gleichen Treibhaus angeplanzt war. Auch bei der Amish paste, 2 Pflanzen vom Samen einer perfekt aussehenden Tomate, sie stehen jetzt im Garten nebeneinander eine sieht aus wie die Amish die andere wie eine große Cocktailtomate. Ich könnte noch vier weitere aufzählen.

Ich kann mir nicht vorstellen so viele Fehler bei der Beschriftung gemacht zu haben. Ich muß euch nun ehrlich fragen wie macht ihr das mit jeweils einer Pflanze von einer Sorte und der Nachzucht?

Das soll nur eine Frage zur Sortenreinheit und deren Verkreuzungen sein. Ich stelle mir nur die Frage wenn aus einer Cuore di Bue plötzlich eine "Marzano mini" wird habe ich dann eine neue Sorte?


Vielleicht kann mir jemand etwas zu meinem Problem sagen. Ich hoffe ihr schreibt nicht das ich zu dusselig bin.

Cuore di Bue verkreuzt
[Bild: 29977426kp.jpg]

LG Karl
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#2
Ich lasse meine Tomaten einfach in Ruhe jnd hoffe, dass sie sich nicht verkreuzen.
Bei den meisten Sorten klappt das auch ganz gut, obwohl ich immer verschiedene nebeneinander stehen habe.
Wenn es mal nicht klappt und die nachgezogene Pflanze andere Eigenschaften hat, nehme ich von dieser kein Saatgut.
Es gibt auch Sorten, die zu Verkreuzungen neigen(z.B. Reisetomate). Wenn ich davon Samen nehme, lasse ich mich überraschen (würde diese Samen aber auch nicht weitergeben oder entsprechend kennzeichnen).

Es gibt hier viele, die (erfolgreich) sortenrein vermehren.
Bei mir klappt das leider nur sehr selten.
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#3
Hallo Karl,

relativ gut kannst Du Verkreuzungen verhindern, indem Du Rispen mit noch verschlossenen Blüten verhüllst.

Ich verwende hierzu diese Reinraumhauben (Haarnetze) aus der Industrie: https://www.tomaten-fundus.de/wp-content...nrispe.jpg

Mit einer verkreuzten Frucht hast Du noch keine neue Sorte. Aber eine solche kannst Du daraus entwickeln.

Wenn Du eine verkreuzte Frucht hast, die Dich wirklich überzeugt, so kannst Du hiervon Saatgut entnehmen und im Folgejahr aussäen. Du solltest aber viele Pflanzen anziehen, denn in der Folgegeneration werden weitere Aufspaltungen auftreten. Je größer die Anzahl der Pflanzen ist, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine ähnlich schöne Tomate wie im Vorjahr wächst. In der Literatur wird von mindestens 10 Pflanzen gesprochen.

Du musst die Pflanzen vor erneuten Verkreuzungen schützen, wenn Du eine neue Sorte stabilisieren möchtest.

Von der Pflanze, die Deinen Vorstellungen weitestgehend entspricht, nimmst Du erneut (verhütetes) Saatgut und säst im Folgejahr wieder aus.

Irgendwann, das kann durchaus 7 oder 8 Jahre dauern, hast Du in Deinem Tomatenbeet homogene Pflanzen stehen. Dann hast Du eine eigene, sortenreine Tomate und darfst Dir einen schönen Namen ausdenken.
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#4
Hallo Maja,

ich habe dieses Jahr auch einige Rispen mit diesen Haarnetzen verhüllt. Die Rispe bzw. die Rispe mit dem kleinen Blatt sind dann meist oft im Wachstum total gestört. Oftmals sind die Blüten abgefallen oder nicht befruchtet worden, obwohl ich öfters geschüttelt habe. Auch hatte ich viel Platz um die Blüte gelassen.

Was hab ich da falsch gemacht?

Herzliche Grüße
Doris
Ein Leben ohne Garten ist möglich, aber sinnlos.
Frei nach Loriot.
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#5
(03.08.17, 14:28)mohrhanne schrieb: Hallo Maja,

ich habe dieses Jahr auch einige Rispen mit diesen Haarnetzen verhüllt. Die Rispe bzw. die Rispe mit dem kleinen Blatt sind dann meist oft im Wachstum total gestört. Oftmals sind die Blüten abgefallen oder nicht befruchtet worden, obwohl ich öfters geschüttelt habe. Auch hatte ich viel Platz um die Blüte gelassen.

Was hab ich da falsch gemacht?

Herzliche Grüße
Doris

Grüß Dich Doris,

vielleicht war es während der Blütenphase unter dem Haarnetz zu heiß? Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen jenseits der 30 Grad verklumpen die Pollen und werden nicht mehr bzw. in zu geringer Anzahl freigesetzt.
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#6
Hallo Karl,
wenn mich jetzt auch wieder einige erschlagen...ich mache es schon sehr lange so und habe eine Verkreuzungsrate von 2% und mit der kann ich leben....Samen gebe ich nur an 3 Tauschpartner ab und die wohnen ganz weit weg...


Ich nehme IMMER die 1. reife Tomate und der entnehme ich die Samen - fertig! Nie von der ganzen Pflanze Samen machen weil da die oberen Tomaten meistens verkreuzt sind.

Habe 3 Jahre hintereinander verhütet - da kam nur Mist raus, entweder haben die Samen nicht gekeimt, sind Krüppelpflanzen rausgekommen - oder haben nicht geschmeckt - ist wie bei Inzucht.

Ganz liebe Grüße
Anneliese
Die Tomate ist eine Frucht, die wohl unmittelbar aus dem Paradiese zu uns gekommen sein muß, und wenn sie nicht die hesperidischen Äpfel bedeutet, gewiß der Apfel gewesen ist, den Paris der Venus bot, sehr wahrscheinlich auch der, welchen die Schlange zur Verlockung der Eva anwendete.
Eugen van Vaerst
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#7
(03.08.17, 16:57)asmx91 schrieb: Ich nehme IMMER die 1. reife Tomate und der entnehme ich die Samen - fertig! Nie von der ganzen Pflanze Samen machen weil da die oberen Tomaten meistens verkreuzt sind.

Hallo Anneliese,

aber wenn sehr viele Pflanzen angebaut werden, dann blühen auch viele erste Rispen gleichzeitig. Weshalb sollte dann die Gefahr einer Fremdbestäubung so viel geringer sein?
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#8
Ja, ich nehme auch immer die erste Tomate.
Habe mir aber noch nie Gedanken darüber gemacht, ob das Einfluss auf das Risik der Verkreuzung hat. wink
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#9
Hallo Karl,
Du kannst es auch erkennen wenn die Tomaten verkreuzt sind, abar das kann Dir Anneliese besser erklären. Die erste Tomate ist schon eine sehr gute Methode. Du kannst natürlich noch zusätzlich verhüten, wie Maja das erklärt hat. Doppelt hält besser, wenn Du eine seltene Sorte hast. Mal sehen was Anneliese noch dazu sagt.

Liebe Grüße
Peter
Gibt es hier jemanden, der keine Tomaten mag?
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#10
(03.08.17, 17:09)Tomaten-Fundus schrieb:
(03.08.17, 16:57)asmx91 schrieb: Ich nehme IMMER die 1. reife Tomate und der entnehme ich die Samen - fertig! Nie von der ganzen Pflanze Samen machen weil da die oberen Tomaten meistens verkreuzt sind.

Hallo Anneliese,

aber wenn sehr viele Pflanzen angebaut werden, dann blühen auch viele erste Rispen gleichzeitig. Weshalb sollte dann die Gefahr einer Fremdbestäubung so viel geringer sein?

Hallo Maja,
bin zwar nicht Anneliese, aber ich nehme auch immer nur Saatgut von der ersten Blüte. Bei den ersten Tomaten, bzw. Blüten fällt idR ein Bestäubungsfaktor praktisch weg und das sind die Bienen und Hummeln. Davon gibt es um die Zeit der ersten Blüten noch kaum welche. Im Gewächshaus fällt dann oft auch noch der Wind weg, zumindest starker Wind, so dass ich schon denke, dass das den entscheidenden Unterschied machen könnte. So meine Theorie.
Saatgut von sehr späten Blüten könnten, je nach Umfeld, auch wieder Sinn machen. Bei mir steht z.B. der Sommerflieder gerade in voller Blüte, und da aus dem Vollen schöpfen zu können scheint für die Bienen und Hummeln mehr Sinn zu machen, als sich bei den Tomaten mühsam von Blüte zu Blüte zu arbeiten. Auch Wein und blühender Efeu scheinen interessanter zu sein als die Tomaten.
LG
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