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Tomaten Ausgeizen. Wieso überhaupt und Wie**Ein Thread für Alle**
#1
Tomaten ausgeizen. Wie, wieso warum überhaupt und welche Sorten.
Ausgegeizt werden Stab und Cherry.
Wenn man Buschtomaten ausgeizt nehmen die das einem übel und wachsen schlechter.

Wieso überhaupt?

Die Pflanze will wachsen und sich vermehren. Also macht sie Blüten und Früchte mit Samen.
Sie macht das eigentlich nicht für uns.
Aus jeder Achsel wächst ein neuer Trieb. Auch aus diesen Trieben wieder dasselbe Spiel.
Wenn man nichts macht wird die Pflanze immer schwächer
sie probiert mit immer neuen Trieben neue Samen zu produzieren.
So ist der Ertrag für uns minimal. Auch ist dieser Wildwuchs nicht optimal für die Pflanze.
Die Triebe stehen zu eng und die Blätter können nicht mehr abtrocknen.
Tomaten können auch schwitzen bei zu viel Wasser und hoher Luftfeuchtigkeit (Guttation).
Sie müssen nicht zwingend von oben nass werden.
Dann ist vorprogrammiert dass sie Krank werden. (Krautfäule)
Also geizen wir aus und geben der Pflanze die Möglich reife Früchte zu produzieren.
Sie wird dann die Energie in die Früchte stecken und nicht in neue Triebe.
Auch kann der Wind oder Luft besser zirkulieren.

Man sollte schon beim setzten beachten wie man pflanzt.
Nicht unbedingt zwei grosse die viel Platz brauchen nebeneinander.
Ich bin kein Fan von Tomaten in Treibhäusern ausser sie sind sehr gut belüftet.
Auch sind die Plastikhäuschen wo an drei Seiten zu sind nicht optimal. (Hohe Luftfeuchtigkeit)
Meine sind an allen Seiten offen mit der Option zu schliessen mit Rollos. (selbst ist der Mann)
Mach ich aber nur bei Gewittern.
Kurzfristig Nass schadet nicht wenn sie sofort wieder abtrocknen können.


Meine Beiträge beruhen auf meiner Erfahrung im Tomatenanbau.
Sind nicht in Stein gemeisselt.


Bin nur der Eröffner dieses Thread's
Soll ein Thread für alle sein wo jeder seine Erfahrungen einbringen kann
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#2
Tomaten "er"ziehen.
Was will ich? Viele leckere Tomaten natürlich.
Da gibt es viele Wege.

Cherry Tomaten.
Viele geizen gar nicht aus. Kann man machen, aber....
Die Triebe bleiben dünn und brüchig. Man ist immer am anbinden.
Das Blattwerk ist dicht, kommt kaum Luft dazu. Ernten ist mühsam.
Ich ziehe Cherry bis zu 5 triebig. Dazu werden alle Triebe ziemlich eng an eine dicken Stickel gebunden.
Oder man nimmt 2 dünnere , steckt sie so dass sie etwas schräg nach aussen schauen,
bindet dort je 2 oder 3 Triebe an. Oben eine Querverbindung für besseren Halt.
So sind die Blätter und Rispen aussen.

Stabtomaten (Rundtomaten)

Der Volksmund sagt eintriebig, bis sechs Rispen und dann köpfen.
Selbverständlich habe ich auch da eine andere Meinung.
Ich ziehe 2 triebig. Auch wie oben an einem oder 2 Stickel.
So habe ich auch 6 Rispen, die sind aber schneller ,
auch kann man noch eine vierte bei gutem wetter stehen lassen.
Bei nur einem Trieb ist meistens der Sommer vorbei bis die obersten blühen und reifen.

Fleischtomaten.
Viele Fleischtomaten haben die Angewonheit sich am Hauptrien zu spalten.
Würde sie ja nicht machen wenn sie nicht überzeugt wäre, ich schaff das.
Lasse ich wachsen. Bei weiter Spaltungen entferne ich dann den Schwächeren .
Scharfer Cutter, ca 2-3 cm vom vom Stamm entfernt.
Anbinden gleich wie oben.

Hänge und Balkon (Topftomaten) weden nicht ausgegeizt.

Ich verwende keine Spiralstäbe. Die sind mir einfach zu Kurz.
Wer mit Schnüren arbeitet gleich verfahren wie mit Stickel.
Nur würde ich dort auch die Triebe kompackt zusammen binden.
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#3
Wie ausgeizen?

Niemals schneiden. Weder mit Messer oder Schere.
Beim Ausgeizen darauf achten, dass die Pflanze gut gewässert ist dann brechen die Triebe leichter und der Stamm reißt nicht ein.
Rechte Hand am Stamm und ausbrechen.
Wenn man schneidet( Schere) quetscht man den Trieb und kommt nicht ganz an den Stamm.
Auch verheilt die Wunde schlechter und ist anfälliger auf Pilze.

Wann?
So oft wie möglich. Je kleiner desto besser geht es.
Man kann aber untere bewusst etwas grösser werden lassen, so ca.15 -20 cm.
Die dann in Wasser stellen, nach ca. 8 -10 Tagen hat es Wurzeln und man hat eine Reserve Pflanze.

Meistens kommen von ganz unten ( Nicht aus den Achseln) noch Triebe nach.
Auch die entfernen, die sind aber meisten zäh, da schneide ich auch.
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#4
Blätter

Auch Blätter kann man entfernen. Aber nur wenn sie allzudicht sind und nur sparsam,
und nicht zuviele auf einmal pro Pflanze
Die Tomate braucht die auch für den Geschmack.
Ganz weg müssen die untersten. Es dürfen keine Blätter bis auf den Boden reichen.
Sie dürfen bei Regen und beim giessen kein Spritzwasser abbekommen.
Im Boden sitzen die meisten Pilze die den Pflanzen schaden könnten.
Auch weg können sind im Verlauf der Saison gelbe Blätter.
Die Planze stösst sie sowieso ab und würde nur unnötig Energie brauchen sie noch zu erhalten.

Auch da brechen. Einmal nach oben und dann nach unten drücken.
Es bricht dann. Tomaten haben so etwas ähnliches wie eine Sollbruchstelle.

Wenn die ersten Rispen abgeerntet sind kann man die Blätter unterhalb abmachen.
Die werden nicht mehr gebraucht, meistens sind sie auch gelblich.

Abgemachte Blätter und auch Geiztriebe gehören in den Kompost.
Keinesfall damit Tomaten mulchen. Ihr würdet nur Pilze züchten.
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#5
Wo baue ich an?

Spielt keine Grosse Rolle beim Thema ausgeizen.
Tomaten müssen einfach Luft bekommen.
Vorallem im Spätsommer und Herbst wenn auch der Nebel kommt.

Wenn man abschätzen kann dass aus den Blüten nichts mehr wird kann man köpfen.
Ca. 20-30 cm oberhalb der letzten Rispe oder auch nur die Blüten abmachen,
wenn man die Pflanze nicht zu sehr verletzten will.

(04.05.17, 18:50)Galapagos schrieb: Die Argumente von Melanie Grabner gegen das Einkürzen finde ich sehr überzeugend. Es geht nicht so sehr um die Verletzung der Pflanze, sondern darum das neue, frische , "leistungsfähige" Blattgrün zu erhalten. Blüten und sogar Rispen, die nicht mehr reif werden, entfernen ja, aber köpfen nein.
Hier das Video:
lilatomate




Krautfäule,
beginnt meistens an den Blättern.
Bei Anzeichen von Krautfäule alle befallenen Blätter abmachen.
So kann man vielleicht verhindern das es auf den Stamm und Tomaten übergeht.
Vorsichtig damit mann den Pilz nicht noch selber verteilt.
Häufig kontrollieren. Bei idealen Bedingungen (Hohe Luftfeuchtigkeit , schwüles Wetter. Wind),
geht es sehr schnell. Da kann ein ganzer Bestand innert Tagen befallen sein.
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#6
Tomaten gehen alle im Pott, auch grosse.
Man muss sie nur irgendwo befestigen können.
Brauchen auch häufiger "Futter" Die Stehen im 14 Liter Topf und sind 2/3 triebig gezogen.
Juli
[Bild: bd-i6szy.jpg]
September
[Bild: a6eoy9b.jpg]

[Bild: v5xyjco.jpg]

[Bild: v2xtkpv.jpg]

Pomodorini di Sardegna
Die vorderen sind auf der Terrasse,
die hinteren ( 2 im 14 Liter , 1 im 10 Liter Topf ) am Küchen Fenster angekommen.
Sind Rappelvoll mit Früchten

[Bild: img_0064d-aju04.jpg]

[Bild: img_0065d-ljuo5.jpg]

Hänge Tomate Gartenperle.

10 Liter Eimer

11.06.2016

[Bild: c5gwude.jpg]

18.07.2016

[Bild: img_9647d-e7u8k.jpg]

25 Liter Kisten an der Hauswand

Juli

[Bild: b14d-sjsf9.jpg]

Anbinden am Stickel

[Bild: img_9758d-caj7p.jpg]

[Bild: img_9760d-ttjfk.jpg]

Am Gitter

[Bild: img_9763d-dhksa.jpg]

Am Spalier

[Bild: a4a3ar9.jpg]

[Bild: cherryhauschaos50cp3x.jpg]

Eine  grosse Fleischtomate (Aurea) 3 triebig

[Bild: img_8207-dg0dg6.jpg]

[Bild: img_9715-dlxofx.jpg]

[Bild: img_9713-d56r69.jpg]

Tomate am schwitzen (Gutation)

[Bild: img_0871-d1m5r41.jpg]
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#7
Tomaten und Wasser.
Viele motzen über die wässrigen Tomaten im Handel, darum wird selber angebaut.
Geschmackvolle Tomaten ist auch Sortenbedingt.
Aus dem eigenen Garten müssen sie nicht tausende Kilometer transportiert werden und können vollreif geerntet werden.

In den Häusern wo es nie hinregnet wird 2 Wochen vorher gut gegeossen und wenn nötig nochmals eine Woche später. Da ich sehr tief setze sehe ich dann wie feucht es ist. Vorgängig wird die Oberfläche mit schwarzer Lochfolie abgedeckt.Das Bild ist uralt stimmt aber immer noch.


So wird die Verdunstung reduziert. Gegossen wird nur in eine 1.5 Liter Pet Flasche
(Ohne Boden,Öffnung nach unten) die neben den Wurzeln verbuddelt ist.


Habe früher mal was geschrieben, hat aber immer noch seine Gültigkeit.

Tomaten in den Häusern erhalten nach dem setzen kein Wasser mehr im Normalfall,
Die sind nur 2 Meter breit. Was bei Regen links und rechts runterkommt reicht.
Tomaten können bis zu 4 Meter lange (tiefe) Wurzeln machen.

Ich sehe immer das Beispiel aus der Landwirtschaft.
Zuckerrüben und Mais.
In einem nassen Frühling wird die Pflanze faul. Sie muss sich ja nicht anstrengen.
Es kommt ja immer Wasser. Wird es dann trocken...bekommt sie Probleme.
Zuckerrüben lampen und Mais sieht aus wie Schilf.
Bei einem trockenen Frühling muss sich die Pflanze das Wasser suchen. Also macht sie tiefe Wurzeln.
Wird es dann trocken findet sie unten immer noch Wasser.
Dann halte sie auch bei einer Trockenperiode länger durch.
Ergo. Wer am Anfang viel giesst, giesst immer.

Mit Wasser kurz gehaltene Tomaten schmecken einfach besser

In den Kübeln sieht es anders aus. Da muss ich häufiger giessen.
Die brauchen auch mehr Futter. Darauf achten, dass der Dünger nicht zu Stickstoff betont ist.
Sonst gibt es nur Kraut und wenig Blüten (Früchte) und sie wachsen in die Höhe.
Kalium ist auch zum Teil verantworlich für den Geschmack
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#8
Hallo Alfred,

schön, dass du wieder da bist. smile Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag. Ich habe ihn gleich als wichtig markiert - dann kann er nicht nach unten rutschen.
LG
Harald
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#9
Hallo Alfred,

schön dass du alles für den Anbau noch einmal zusammengefasst hast.
Ich bin ganz fasziniert von deinen großen Pflanzen an der Hauswand in den relativ kleinen Töpfen.

Auf jeden Fall werde ich mir für dieses Jahr hinter die Ohren schreiben wie ich auzugeizen habe und das
ich nicht zu viel Stickstoff im Dünger haben darf.

Bei mir setzen die Tomaten meist die erste Rispe an und dann wird erst mal lange Pause gemacht bis die nächste kommt.
Wahrscheinlich habe ich zu gut gefüttert.
Dieses Wochenende hilft mir mein Neffe beim Bau eines Tomatendaches. Das kommt an die Hauswand und der Rest ist offen.
Bei Regen wird dann geschlossen.
Im letzten Jahr habe ich 80 % meiner Ernte an die KBF verloren.

Liebe Grüße

Marina
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#10
Hallo Marina
Das hängt auch zusammen, dass ich ein bekennender Vielumtopfer bin.
Nach dem pikieren wird mehrmals umgetopft.
0,1dl , 0,2 dl, 0.7 dl und zuletzt in 3.6 Liter.
Immer wenn die Wurzeln unten sind kommen die nächst grösseren.
Sie kommen so gar nicht in Versuchung Ringwurzeln zu machen, wachsen einfach weiter.
So kommen die mit schon gut ausgeprägten Wurzeln in die Töpfe.

PS.Die fast 3 Meter Riesen auf der Terrasse sind in 14 liter Töpfen

[Bild: t19.0319puuz.jpg]

[Bild: t26.03355uvr.jpg]

[Bild: img_3122-drsqhw.jpg]

[Bild: img_3221-d1z8jj2.jpg]
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