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Himbeeren Pilz oder normal
#1
       

Hallo Ihr lieben
Ich möchte euch mal meine Himbeeren zeigen. Sorte Williamette fruchtet am vorjährigen Holz. Der Austrieb, Blüte und Fruchtansatz waren sehr schön dieses Jahr. Die ersten Beeren reifen schon, aber ich habe den Eindruck dass das verdorren der Blätter an den Fruchtruten mehr ist als geöhnlich. Sonst habe ich das eher am Ender der Fruchtperiode beobachtet. Habe ich da einen Pilz drin oder ist das "physiologisch". Die Ruten sind ca 5 Jahre am selben Ort, haben aber immer gut getragen. Dieses Jahr habe ich das erste mal mit ein bisschen Blaukorn gedüngt, sonst eher nur Stickstoff und Kiefernnadeln (das haben die immer sehr gemocht)
bin gespannt auf eure Kommentare und hoffe dennoch auf eine gute Ernte
Let´s make our tomatoes great again!
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#2
Kein Pilz, sondern eine Fehlernährung.

Was für Blaukorn? (NPK-Verhältnis)
Wie ausgebracht? (oberflächlich/eingearbeitet/eingeschlämmt)
Wie ist dein Boden? Leicht/schwer, sandig/lehmig, nass/trocken?
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#3
Also "mein" Blaukorn ist Kaliumbetont; ich glaube so 12 8 17 (habe die Tüte gerade nicht zur Hand). Der Boden ist sehr leicht; fast reiner Sand. pH war in den Bodenproben fürSandböden ok, allerdings habe ich nicht bei den Himbeeren untersucht, wo ich schon seit ein paar Jahren mit Kiefernnadeln mulche. Eingearbeitet habe ich nicht sehr, da der Boden durch das Himbeerwurzelwerk kaum bearbeitbar ist, also im Prinzip in die Mulchschicht gestreut....
was  meinst du denn, ist zuviel oder zu wenig? Die diesjährigen Austriebe,also mein Kapital für nächstes Jahr, sehen eigentlich sehr schön aus...
Let´s make our tomatoes great again!
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#4
Kann es sein, daß sie Spätfrost bekommen haben?

Meine sind super und haben die ersten reifen Früchte - bis auf die Ruten, die in der Frostschneise gestanden haben. Die vertrocknen langsam aber sicher.
Ansonsten würde ich Himbeeren nur sehr sparsam düngen.

Liebe Grüße, Mechthild
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#5
Hallo Mechthild. Spätfrost kann ich eigentlich ausschliessen. Die Gelbfärbung der Blätter habe ich erst so in den letzten ein, zwei Wochen bemerkt. Das Frühjahr war zwar auch bei uns lausig kalt, aber bei den Himbeeren hatte ich den Eindruck, die haben das fast noch am besten ünerstanden...
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#6
Meine zeigen ja auch erst jetzt den Schaden, deshalb habe ich das vermutet...

Liebe Grüße, Mechthild
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#7
(17.06.17, 22:21)tomatodoc schrieb: Also "mein" Blaukorn ist Kaliumbetont; ich glaube so 12 8 17 (habe die Tüte gerade nicht zur Hand). Der Boden ist sehr leicht; fast reiner Sand. pH war in den Bodenproben fürSandböden ok, allerdings habe ich nicht bei den Himbeeren untersucht, wo ich schon seit ein paar Jahren mit Kiefernnadeln mulche. Eingearbeitet habe ich nicht sehr, da der Boden durch das Himbeerwurzelwerk kaum bearbeitbar ist, also im Prinzip in die Mulchschicht gestreut....
was  meinst du denn, ist zuviel oder zu wenig? Die diesjährigen Austriebe,also mein Kapital für nächstes Jahr, sehen eigentlich sehr schön aus...

Es ist ein Mangel, aber der kann auch durch Überdüngung entstehen.
Wie viel Blaukorn hast Du denn verwendet auf den Quadratmeter?

Was heißt "ph war für Sandboden okay"? Welchen ph-Wert hat der Boden?
Durch das Mulchen mit Kiefernadeln wird der ph-Wert niedriger, das dürfte bei einem Sandboden aber eher hilfreich sein (falls er tatsächlich normalerweise einen hohen ph-Wert hat)


Ich tippe auf ein zusätzliches Bodenproblem

Bei einem sehr leichten Sandboden rauscht mineralischer Dünger oft nur so durch, wenn der Boden sehr trocken ist. (heißer Frühsommer), den bekommen die Pflanzenwurzeln dann gar nicht richtig zu fassen.
Der Dünger wird mit dem Wasser rasant in tiefe Bodenschichten geschwemmt.
Nun sollten alte Himbeerhecken schon tief wurzeln und sich auch in tieferen Schichten bedienen können. Aber das hängt von den geologischen Bodenschichten ab und wie tief das Wasser einfach so rauschen kann.

Wenn es besonders trocken und heiß ist, dann versinkt das Wasser im Sand besonders schnell. (Ähnlicher Effekt wie im Topf, wo das Wasser an dem ausgetrockneten Wurzelballen außen vorbei und unten wieder raus rauscht, ohne dass der Ballen sich innen angefeuchtet hat)

Deshalb sollte man auf Böden, wenn sie durchgetrocknet sind, immer zwei Gießrunden machen:
1. Kurz mal wässern ... um den Boden anzufeuchten, damit er "aufnahmefähiger" wird
2. Dann lange und ausgiebig wässern, damit er sich vollsaugt


Grundsätzlich ist auch deine Düngemethode nicht hilfreich:
In der Mulchschicht liegend wird das Blaukorn sich nicht gut lösen, denn von unten (aus dem Sand) kommt ja keine Feuchtigkeit und von oben nur Sonne und trockener Wind. Was sich dann löst, hängt erst mal an den Kiefernadeln. Da nützt es auch nix. Erst wenn es dann mal durchdringend und lange regnet, bekommen die Pflanzen mal bissl Dünger.

Sie brauchen aber gleichmäßige Düngung.

Falls Du bisher nicht bereits händevoll Blaukorn gestreut und brachial überdüngt hast, dann solltest Du als Sofortmaßnahme:

Kiefernmulch zur Seite rechen,
Den Boden supergut einwässern,
bissl Blaukorn (5-10 Körnchen) zermörsern (geht mit Steinen, da brauchst Du nicht den guten Küchenmörser)  und in der Gießkanne lösen,
Damit die Pflanzen gründlich gießen.
Danach kann dein Mulch wieder obendrauf.

Ein kleiner Gießgraben rund um die Himbeerhecke hilft das Wasser zu den Himbeeren zu leiten.


Grundsätzlich wäre es hilfreich, wenn Du dir Kompost beschaffst und davon reichlich (15 cm hoch) rund um die Pflanzen verteilst.
Das über mehrere Jahre - immer im Frühjahr - wiederholt, verbessert dann die Wasserhaltefähigkeit des Bodens und sorgt dafür, dass der Boden eine ordentliche Krümelstruktur bekommt. Der Aufwand lohnt, denn langfristig werden die Himbeeren viel besser gedeihen, egal ob sie gerade Trockenheit oder Regenfluten ausgesetzt sind.
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