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Einige Worte zum Düngen von Tomatenpflanzen, Teil 2, Nährstoffbedarf
#1
In unseren Tomatenkulturen dominiert eine russische Sorte, die eine Wuchshöhe von über 2,50 m erreicht, dabei, aufgrund der Wüchsigkeit mehrfach autonom dichotomisiert und ein Erntegewicht von 15 kg/Pflanze leicht erreicht.

Diese beeindruckende Tomatenpflanze benötigt, um diese o.g. stoffwechselphysiologische Leistung zu vollbringen, ganze 26g Nährsalze, was etwa 42g der von uns verwendeten Dünger entspricht, dies im Verbund mit Südtirol-Sonne, Wasser und Kohlenstoffdioxid (Fotosynthese) und natürlich allen erforderlichen Spurenelementen in ausreichender Dosis.

Diese 26g Nährsalze teilen sich auf in 5g N, 6,5g P und 14,5g K.

Man sieht hier, dass nur 5g N ausreichen, um eine gesunde und hochertragreiche Pflanze heranwachsen zu lassen.

Höhere N-Gaben beeinträchtigen u.a. die Blüten- und damit die Fruchtbildung sowie ganz allgemein den Gesundheitszustand, v.a. dann, wenn es sich um kleinere Sorten mit einem Ernteertrag von, sagen wir mal, 5 kg oder weniger handelt. 

Hornspäne enthalten 14% N. Wenn man also 30g Hornspäne beim Auspflanzen in ein Pflanzloch gibt, was ich mehrfach bei Tomatenfreunden beobachtet habe, sind das schon 4,2g N!!

Um es kurz zu machen:
Wir verwenden in der Anzuchtphase spezielle, nährstoffarme Anzuchterde, danach pikieren wir in leicht aufgedüngte Pikiererde.

Ab 1.5. - 15.7. geben wir insgesamt (!) 7g Blühdünger/Pflanze (NPK 10 - 20 - 30).

Ab 15.7. - 30.9. geben wir dann insgesamt (!) 35g Fruchtdünger/Pflanze (NPK 10 - 10 -30).

Die Pflanzen wachsen in humoser Schwarzerde mit leichter organischer Grunddüngung (reifer Pferdemist).

LG Anna
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#2
Hallo Anna,

Ist das tatsächlich ein 10-10-30 Dünger oder der 11-11-30?
Bei unserem gemeinsamen Düngerproduzenten finde ich leider den 10-20-30 nicht mehr. Weißt Du zufällig, ob die Produktion eingestellt wurde?
Liebe Grüße aus Oberfranken

Heinz
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#3
Hallo Anna,

eine profunde und kurze Erläuterung. Danke dafür. Die Gabe von N-armem Dünger ist wahrscheinlich bei vielen (vor allem die Freilandanbauer) vernünftig, da der Boden durch regelmäßige Kompostgaben eine Überdüngung durch N aufweist.
Ich verstreue ab der Blühphase regelmäßig Holzasche (in Portionen von ca. 10g), dadurch reichere ich den Boden mit K und P an, und die Asche verhindert (so sie denn noch trocken ist) den Schneckenbefall. Bei den käuflichen Düngern ist mir der Schwermetallgehalt (vor allem Cadmium, das ja mit P verschwägert ist) zu hoch, meine Holzasche enthält nur sehr wenig (<2 mg/kg) Cadmium. Schwermetalle sind bei Tomaten zwar nicht das Thema, aber wenn man eine Verminderung errreichen kann, ist das sicher nicht falsch.

Analysiert ihr regelmäßig die Nährstoffgehalte eurer Böden, oder arbeitet ihr mit empirischen Stoffumsätzen?

schönen Gruß
ulrich
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#4
Danke, dass hier jemand das Stichwort Bodenanalyse in die Diskussion einbringt.

Nach den Ergebnissen solch einer Analyse sollte sich das Düngeverhalten richten - zumindest, was die Freilandkultur betrifft.

Demnach dürfte "dank" gedankenlos eingesetzter Blaukorngaben in der Vergangenheit in sehr vielen Hausgärten gar keine zusätzliche Düngung notwendig sein.

Auch sind die wenigsten hier im Erwerbsanbau tätig, sondern erfreuen sich an alten, vielfältigen und vor allem leckeren Tomaten. Ob es dafür professionelles Düngermanagement braucht? Dann kann ich auch gleich das Zeugs im Supermarkt kaufen.

Ich denke, ich spreche für viele wenn ich sage: Ertrag ist zwar schön, aber wenn eine Sorte vergleichsweise wenige, dafür aber gute Tomaten liefert, ist es auch in Ordnung.
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#5
Zitat: Hallo Anna,

Ist das tatsächlich ein 10-10-30 Dünger oder der 11-11-30?
Bei unserem gemeinsamen Düngerproduzenten finde ich leider den 10-20-30 nicht mehr. Weißt Du zufällig, ob die Produktion eingestellt wurde?
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Ciao Heinz! Du liest also noch mit! Schön!
Ja, wir verwenden den 11-11-30 (bei der Rundung ging es mir um die Größenordnung, nicht um das Detail, sorry für die Ungenauigkeit!) . Der NPK 10-20-30 wird jetzt von einer anderen Firma produziert, in Spitzenqualität. Durch einfaches googlen kommt man ganz schnell zum Ziel.

LG und eine schöne Anbausaison, wünscht Anna!
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#6
Hallo Anna,

eine profunde und kurze Erläuterung. Danke dafür. Die Gabe von N-armem Dünger ist wahrscheinlich bei vielen (vor allem die Freilandanbauer) vernünftig, da der Boden durch regelmäßige Kompostgaben eine Überdüngung durch N aufweist.
Zitat: Ich verstreue ab der Blühphase regelmäßig Holzasche (in Portionen von ca. 10g), dadurch reichere ich den Boden mit K und P an, und die Asche verhindert (so sie denn noch trocken ist) den Schneckenbefall. Bei den käuflichen Düngern ist mir der Schwermetallgehalt (vor allem Cadmium, das ja mit P verschwägert ist) zu hoch, meine Holzasche enthält nur sehr wenig (<2 mg/kg) Cadmium. Schwermetalle sind bei Tomaten zwar nicht das Thema, aber wenn man eine Verminderung errreichen kann, ist das sicher nicht falsch.

Analysiert ihr regelmäßig die Nährstoffgehalte eurer Böden, oder arbeitet ihr mit empirischen Stoffumsätzen?

schönen Gruß
ulrich
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Hi Ulrich, interessant, dass du Holzasche nimmst. Ich selber ziehe für meine Familie Tomaten an der südgewandten Burgmauer unseres Anwesens und verwende auch Holzasche, und zwar fast genauso viel wie du. Ich habe das Personal instruiert, 7g/Pflanze (= 1 Teelöffel, gehäuft), alle 14 Tage, in den Boden einzuarbeiten.. Bei uns fällt jede Menge Holzasche durch die diversen Hauskamine an. Zusätzlich zu P + K ist da u.a. auch noch Ca enthalten. Einfach lecker, diese Tomaten!!!

LG Anna
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#7
Hi Ulrich, interessant, dass du Holzasche nimmst. Ich selber ziehe für meine Familie Tomaten an der südgewandten Burgmauer unseres Anwesens und verwende auch Holzasche, und zwar fast genauso viel wie du. Ich habe das Personal instruiert, 7g/Pflanze (= 1 Teelöffel, gehäuft), alle 14 Tage, in den Boden einzuarbeiten.. Bei uns fällt jede Menge Holzasche durch die diversen Hauskamine an. Zusätzlich zu P + K ist da u.a. auch noch Ca enthalten. Einfach lecker, diese Tomaten!!!

LG Anna
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