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Bokashi zur Pflanzenstärkung und Düngung
#1
Hallo ihr Lieben

Ich frage jetzt nochmal nach. Gibt es jemanden der mit Bokashi bzw. mit effektiven Mikroorganissmen gearbeitet hat.

Bitte um kurze Antwort, auch wenn nein.

Vielleicht gibt es dafür Gründe und Argumente.

Danke schon mal im Voraus

LG Karl
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#2
Ein Bokashi steht immer noch bei mir auf der Liste. Habe es aber noch nicht umgesetzt. Erfahrungen mit EM habe ich keine.
Viele Grüße
Topaci
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#3
Bei mir ist ein EM Hersteller 10 km entfernt.
Die Landwirte die ich kenne ,verwenden diese Produkte nicht.

Ich für meinen Teil bin da "sarkastisch".

Schmeiße zwei Hefewürfel mit etwas Zucker in die Gießkanne,lasse es kurz "reagieren" schäumen + verteile es in deinem Garten.
Dann hast du EM -Futter für deine -vor Ort ansässigen-Mikroorganismen.
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#4
Snake oil. :thumbdown:

Selbst der "Erfinder" der EM, Prof. Teruo Higa, räumt in etlichen Publikationen ein, dass die "Belege" für die Wirksamkeit keinen wissenschaftlichen Standards entsprächen. Auch die Reproduzierbarkeit, der von ihm behaupteten Wirkungen sei nicht "einfach". *hüstel* *hüstel*

In der Schweiz hat das Agroscope (landwirtschaftliche Forschungsanstalt) in einem wirklich wissenschaftlich angelegten und reproduzierbaren Versuch 4 Jahre lang die Ausbringung von EM getestet. Siehe hier.

Das Ergebnis lässt sich recht kurz zusammenfassen (für alle, die den englischen Text nicht lesen können):
(Geringe) Unterschiede im Ergebnis mit und ohne EM gibt es nur, wenn die EM gemeinsam mit Bokashi aufgebracht werden. Der Effekt stammt nicht von den EM, sondern vom Bokashi (fermentierter Kompost), der zur Ausbringung der EM dient. tongue
So ein Zufall ... sollte es möglich sein, dass Kompost gut für Pflanzen ist? *staun* :laugh:

Es gibt viele Studien zu dem Thema und die wirklich sorgfältig durchgeführten (sprich: mit Vergleichsanbau ohne oder mit sterilisierten EM) bringen keine überzeugenden Ergebnisse für Mitteleuropa.

Ich bin der Meinung, dass ein gesunder Boden, der humusreich ist, gut belüftet und ohne Wasserstau von sich aus genügend Bodenlebewesen enthält, die den Bodenkreislauf und die Nährstoffversorgung der Pflanzen in Schwung halten.

Man darf nicht vergessen, dass - alle unterirdisch lebenden Wusler, Bakterien, Mikroben etc. zusammengenommen - dort die Masse an Leben deutlich höher ist, als alles zusammengenommen, was auf dem Boden so rumläuft, watschelt und fliegt. Yes

Viel Wichtiger als alle diese das Unviversum rettenenden Wundermittel, die nix weiter sind als Geldmacherei, ist es, sich gelegentlich dran zu erinnern, dass da unten was lebt ... auch wenn wir es nicht unbedingt sehen ... und den Boden entsprechend pfleglich zu behandeln und ihn nicht irgendwelchen Gewaltkuren mit Chemie, Essig oder sonstigen Mittelchen zur Unterdrückung von diesem und jenem zu unterziehen. Meine Meinung!
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#5
Hallo Karl,

wir hatten vor etwa vier Jahren einen Bokashi-Versuch unternommen.

Dazu hatten wir im Baumarkt zwei Eimer und einen passenden Deckel besorgt. In den einen Eimer wurden in den Boden Löcher gebohrt. Dann wurde der durchlöcherte Eimer in den anderen gestellt. So konnte die beim Fermentieren entstehende Flüssigkeit ablaufen und im unteren Eimer gesammelt werden.

Unsere Küchenabfälle kamen fortan Schicht für Schicht in diesen Eimer. Jede Schicht wurde mit EM bestrüht und anschließend festgestampft. Damit das ganze halbwegs luftdicht abgeschlossen war, hatten wir in einer Plastiktüte Kieselsteinchen gefüllt und deckten damit nochmals die oberste Schicht ab, bevor wir den Deckel aufsetzten.

Es ist Wahnsinn, was für eine Menge Abfälle in so einen Eimer gestampft werden kann. Es ist auch Wahnsinn, wie schwer so ein Eimer wird, bis er bis oben hin gefüllt ist.

Extremer Wahnsinn war, die durch die Stampferei verkeilten Eimer voneinander zu trennen. Das war aber notwendig, um die Flüssigkeit zu entfernen. Diese Flüssigkeit eignet sich als Dünger. Allerdings muss man dazu sagen, dass sich das Zeug nur ein paar Tage hält und die benötigte Menge zum Düngen gerade im Winter minimal ist. Im Grunde also Toilettenreiniger.

Dieses Bokashi sollte angenehm riechen. Bei uns roch es unangenehm - vergleichbar mit Erbrochenem.

Produziert hatten wir es eigentlich, um unseren schweren Lehmboden urbar zu machen. Wir arbeiteten das Bokashi an den besonders harten Stellen oberflächlich ein und es tat sich eigentlich nichts. Wir konnten keine Besserung in der Bodenstruktur feststellen. Auch sprangen uns keine Tauwürmer an. Nichts.

So stoppten wir die Bokashi-Produktion nach etwa einem Jahr und kompostierten wieder wie gewohnt. Denn Bokashi zu kompostieren, wie es manche auch empfehlen, empfinde ich sinnfrei. Doppelte Arbeit sozusagen.

Unseren schweren Lehmboden rücken wir mit fruchtfolgeneutraler Gründüngung zu Leibe. Müßig, aber es wird - ganz, ganz langsam.

Somit hat mich Bokashi in keinster Weise überzeugen können. Ich bin aber auch sehr gespannt, welche Erfahrungen anderer User gemacht haben.
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#6
Wir waren voriges Jahr bei einer Gartenfreundin zum Gartenbesuch(eigentlich wegen Rosen), die seit mehr als 10 Jahren EM und Bokashi verwendet. Wenn ich es richtig verstanden habe, verwendet sie seit einigen Jahren das Bokashi zur herstellung von Terra preta, indem sie das Bokashi mit Holzkohlestückchen vermischt aufsetzt (?) in so einem geschlossenen Komposter und was dann rauskommt soll eben jene Terra preta sein.
Traditionellen Kompost macht sie gar nicht mehr.

Sie hatte dieses Substrat in ihren Kübeln, wo Tomaten, Paprika und Chili wuchsen und die waren wirklich beeindruckend, von Wachstum, Fruchtbehang und Gesundheit her.
Man sah in dem Gemisch noch die kleinen Holzkohlestückchen. Erde vom Garten kam da nicht mit hinein
Ihr Bokashi, was sie uns zeigte, roch nicht übel.

Ich war vorher auch sehr skeptisch gewesen, aber wie sie es anwendete schien es(warum auch immer) gut zu funktionieren. Die verbrauchte Kübel-Terra-preta gab sie in den Garten, aufs Gemüsebeet und an die Rosen und auch dort war alles sehr gesund und kräftig. Vielleicht lag das auch an dem sandigen guten Lehmboden, den sie hat:huh:
hätte aber nicht das gute Wachstum der Kübelpflanzen erklärt.

Ich habe seitdem auch mal erwogen, das zu probieren, weiß aber nicht, wo die Holzkohle für uns her soll. Die EM Anwenderin bekam das als Abfall von einem Holzkohlehersteller säckeweise gegen paar Tomaten.
Liebe Grüße von Anne Rosmarin
und für uns alle ein gutes Gedeihen der geliebten Pflanzen !

Wir gärtnern in Mittelfranken
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#7
Dass der Bokashi funktioniert ist ja klar, das ist doch nur eine andere Form von Kompost, nur eben durch Vergärung umgesetzt und die Holzkohle reichert den noch zusätzlich an.

Würdest Du deine Pflanzen in reinen Kompost setzen, wäre die Ernte genauso gewaltig.
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#8
Habe ich soger schon gemacht, allerdings war das Substrat nicht so schön und die Pflanzen sahen lange nicht so gut aus.
Liebe Grüße von Anne Rosmarin
und für uns alle ein gutes Gedeihen der geliebten Pflanzen !

Wir gärtnern in Mittelfranken
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#9
Tomaten-Fundus-Maja, Dein Fehler war das Stampfen.
Bokashi braucht bei der Gärung Luft zum Atmen.
Außerdem müssen die Eimer nicht voll werden, zu viel Masse ist auch eher hinderlich.

Nach der Gärung, die ja nur 3 Wochen dauert, ist das Zeug extrem sauer und muß noch abklingen. Direkt an die Pflanzen würde ich es nicht geben.
Aber gemischt mit Holzkohle, die man selbst sehr leicht herstellen kann, und noch 3 Monate gelagert zum Vererden, ist es ein guter Dünger.
Zur Holzkohle google mal nach Pyrolyse. Auch bei Youtube gibt es da gute Anleitungsvideos.

Ich habe meinen Bokashiversuch wieder aufgegeben, weil mir die Waschbären die Kübel aufbrechen. Wenn sie es nur fressen würden, wäre mir das fast egal :angel: aber sie veranstalten eine Riesensauerei in der Umgebung. Und wenn man sich jedesmal durch mehrere Quadratmeter halbverdautes Bokashi tasten muß, um zum Kübel zu kommen, ist das sehr unbefriedigend.

Liebe Grüße, Mechthild
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#10
(17.06.16, 13:14)German Green schrieb: Tomaten-Fundus-Maja, Dein Fehler war das Stampfen.
Bokashi braucht bei der Gärung Luft zum Atmen.

Ich befolgte die Ratschläge von Dr. Anne Katharina Zschocke, die in einem ihrer Bücher unter anderem schrieb, Bokashi werde "in der Regel anaerob hergestellt, also unter weitgehendem Luftabschluss entsprechend der Vorliebe der EM für ein sauerstoffarmes Milieu."

Unter dem Kapitel Bokashi herstellen schreibt die Autorin: "Alle Zutaten für Bokashi werden weitestmöglich zerkleinert, damit sie ohne Lufteinschlüsse zusammengedrückt werden können. Zur Fermentierung benötigt man ein luftdicht verschließbares Gefäß oder einen stabilen Sack"

Ich glaube auch nicht, dass mein Fehler das Stampfen war, denn Bokashi funktioniert ähnlich wie Sauerkraut. Wo mein Fehler lag, kann ich nicht wirklich sagen, vermute aber, dass meine EM-Lösung zu schwach bzw. zu niedrig dosiert war.

Im Grunde ist mir das aber egal, denn ich finde traditionellen Kompost praktisch, effektiv und einfach in der Handhabung.

Und das ist es auch, was ich Karl hinsichtlich seiner Ausgangsfrage mitteilen wollte: Bokashi hat mich nicht überzeugt, ich bleibe bei Kompost.

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