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Ausgeizen und Jaucheherstellung
#1
Liebe Tomatenfreunde,

wie schon geschrieben, sind es in diesem Jahr ein paar mehr Tomaten geworden. Und nun bin ich mit einem alten Problem konfrontiert: Ich tue mich schwer damit, meinen liebevoll aufgezogenen Pflänzchen die Triebe auszuknipsen. Im Ergebnis bedeutet das, dass viele von ihnen mittlerweile mindestens eine Doppelspitze besitzen. Jetzt die Frage: Wie handhabt ihr das: Geizt ihr immer aus oder gibt es Umstände, wo ihr Pflanzen mehrtriebig zieht? Wieviele Triebe sind für die Pflanze grundsätzlich produktiv - und ab wann wird die Tomate geschwächt? Bei welchen Sorten legt keine Hand an?
Im alten Forum gab es so einen schönen Thread zum Thema Jaucheherstellung in Eimer oder Tonne - könntet Ihr dazu nochmal etwas schreiben?
Und die letzte Frage: Wozu ist Kaffeesatz gut bzw. womit versorgt er die Pflanze?

Liebe Grüße aus dem sonnigen Rheinland!
Gartenperle


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#2
ok ... meine Variante ..
Man nimmt grundsätzlich junge nicht blühende Brennesseln (stickstoffhaltig )
ca. 1000 Gramm auf 10 Liter Regenwasser ..
ich gebe noch wegen dem Duft und Nähstoffe - Lavendel -Salbei - Schachtelhalm- Beinwell - Kräuterreste -
und was noch so wächst dazu...
Man rühre jeden Tag um und streue wenn es gährt immer etwas Steinmehl darüber
(bindet den Duft )
Nach 1-2 Wochen ist es gebrauchsfertig (da hilft es auch noch gegen Läuse - brenneffekt)
nach 3 Wochen kann das übrige abgeseiht werden und im Schatten mit Deckel zu -
gelagert werden.
Die Mansche vermische ich im Komposter zur Humusbildung (Herbst )
Es wird 1:10 verdünnt zum Gießdüngen angewendet.
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#3
@ Gartenperle : also bei mir werden alle Tomaten ausgegeizt außer Wildtomaten und Buschtomaten.
Wenn ich mehrtriebig ziehe, lasse ich die untersten Geiztriebe stehen und nicht in der Mitte oder oben. Kandidaten fürs mehrtriebige ziehen sind bei mir grundsätzlich Cocktails wie Black Cherry, Ildy, Dattelwein, Vesennij Miecheurinski und Pflanzen die sich von Anfang an als sehr wüchsig zeigen. Bei mir Renas Turban, weißer Pfirsich und orange Banana. Die ziehe ich im Moment 4-6 Triebig. Fleischtomaten und nicht so wüchsige Sorten, bei mir Pink Lemon, Kellogs Breakfast, Tomaccio haben neben dem Haupttrieb höchsten 1-2 Seitentriebe weiö ich denke daß die viel Energie benötigen um die großen Tomaten zu produzieren.
Nehmt die Menschen wie sie sind, andere gibt's nicht !
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#4
(03.06.11, 13:04)Gartenperle schrieb: Im alten Forum gab es so einen schönen Thread zum Thema Jaucheherstellung in Eimer oder Tonne - könntet Ihr dazu nochmal etwas schreiben?

Schau mal in dem neuen Thread "Pflanzensaft gibt Kraft".


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#5
Wie immer - lieben Dank für die tollen Tipps - ihr seid unbezahbar :-)!
Das mit der Jaucheherstellung werde ich mal probieren, mich reizt auch die Vergärung von Tomatentrieben in der Tupperschüssel - das hört sich spannend an. Hoffe, es hält sich geruchlich in Grenzen.
@sternenkind: Da bin ich erleichtert! Ich dachte schon, ich müsste generell alles abreißen, was nicht Haupttrieb ist. Aber woher weiß ich, welche Sorte, Wildtomate, Buschtomate oder Baumtomate ist? Ist die Cherokee z.B. eine Wildtomate? Ich habe alles im Tomaten-Atlas nachgeschlagen und auch gegoogelt, aber das stand da, glaube ich, nicht dabei. Hast Du dazu einen speziellen Link?
Liebe Grüße
Gartenperle
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#6
Wegen Geruch: Jauche ist Jauche und wenn's net stinkt, dann ist's auch keine. wink
Gegenmaßnahmen wie von Tomati können das zwar lindern, aber ganz grundsätztlich
MUß eine Jauche eben stinken, das liegt quasi in der Natur der Sache. wink
Jack's Offtopic-Paradise: Strandbar, Man's Toys Sandbox und Skyrim-Corner:
Abhängen, Sachfimpeln oder Abenteuer austauschen! Kommet und staunet! ;o)
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#7
@ Gartenperle : Ich habe keinen speziellen Link, ich suche mir die Informationen meist aus dem Tomaten-Atlas und google auch wenn ich was suche.
Ich hab Dir hier mal was kopiert bezüglich Buschtomaten/stabtomaten :

Tomatensorten lassen sich von ihrem Wuchstyp unterscheiden in unbegrenzt wachsend (indeterminiert) oder begrenzt wachsend (determiniert). Unbegrenzt wachsende Sorten werden auch Stabtomaten genannt, da sie häufig an Stäben oder Schnüren aufgebunden werden. Bei diesen Tomatensorten wachsen aus den Blattachseln neue Seitentriebe, die ihrerseits wieder Blattpaare bilden aus denen neue Seitentriebe austreiben. Dieses Wachstum ist nahezu unbegrenzt und wird in Mitteleuropa nur durch das Ende der Vegetationsperiode unterbrochen. Diese Sorten profitieren vom sog. Ausgeizen.
Buschtomaten
Posted Juni 14th, 2008 by admin
in

Buschtomaten
Tomatensorten

Tomaten lassen sich von ihrem Wuchstyp unterscheiden in unbegrenzt wachsend (indeterminiert) oder begrenzt wachsend (determiniert). Begrenzt wachsende Sorten werden auch Buschtomaten genannt. Determinierende Sorten hören ab einer gewissen Größe mit der Entwicklung von Seitentrieben auf. Ihre Wuchsform ist buschig - daher die Bezeichnung Buschtomaten. Buschtomaten benötigen normalerweise kein Ausgeizen.


Die Wuchshöhen suche ich mir meist aus dem Tomaten-Atlas, so kann ich für mich dann entscheiden in welche Kategorie die Sorte passt.

Die Cherokee ist keine Wildtomate, Wildtomaten haben auch wieder ihre eigene Kategorie, hier nochmal was kopiertes :

Wildtomaten sind sehr ursprüngliche Tomaten mit etwa kirschgroßen, roten oder gelben Früchten. Die besten Sorten haben spezielle Stärken: Ihre Robustheit, den üppigen Fruchtbehang und die kreative Anbauweise als Blickfang. Für den üblichen Anbau am Stab eignen Wildtomaten sich nicht.

Üppige Fruchtbildung
Die Blüten- und Fruchtstände der Wildtomaten folgen eng aufeinander, da die einzelnen Stängelabschnitte kurz sind. Die Wuchskraft der Pflanzen ist enorm; sie verzweigen sich stark und bilden ständig neue Früchte. Wir haben schon über 1000 Früchte pro Pflanze gezählt! Die Ernteperiode lässt sich weiter verlängern, wenn ganze Pflanzen, bevor sie erfrieren, zum Nachreifen aufgehängt werden. Der eintriebige Anbau am Stab lohnt sich nicht: Man muss extrem viel ausgeizen und auch der Geschmack der Früchte leidet.

Anbauweise
Wildtomaten brauchen Platz, um sich entfalten zu können: Auf gutem Boden bedeckt eine einzelne frei wachsende Pflanze über 2 m²!
Aufgebundene Wildtomaten

Aufgebundene Wildtomaten


Möchte man die Pflanzen etwas vom Boden abheben, um Pilzinfektionen zu reduzieren, bietet sich der Anbau im Trichter an: Sobald die Wildtomaten-Jungpflanze beginnt, stark in die Breite zu wachsen, werden 3 mindestens 1 m lange Stäbe schräg in den Boden geschlagen. Dem Wachstum der Pflanze folgend, werden Querhölzer befestigt, auf die die Triebe gelegt werden. Die Besonnung des inneren Bereiches wird nach Bedarf durch Ausschneiden (s.u.) gesichert.

Schön und platzsparend ist es auch, Wildtomaten in Zäune zu flechten oder einzelne Pflanzen vieltriebig - z.B. in Form einer Sonne - zu ziehen. Es gibt viele Möglichkeiten, Wildtomaten in einer schönen und praktischen Gartenkultur gestalterisch zu verwenden.

Besonders auf guten Böden können Wildtomaten auch zu sehr "ins Kraut schießen". Dann werden nach Bedarf:

Seitentriebe "ausgegeizt", also ausgebrochen oder ausgeschnitten und
Triebe etwas oberhalb eines passenden Blüten- oder Fruchtstandes gekürzt

Dadurch reifen die Früchte besser ab und die Pflanzen bleiben durch die gute Zirkulation von Licht und Luft länger gesund.
Nehmt die Menschen wie sie sind, andere gibt's nicht !
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#8
@Sternenkind
jetzt geht mir die Christbaum auf! - wie die Schwaben so schön sagen. Begrenzter Wuchs=Buschtomate, verstehe!
Das hat jetzt wirklich geholfen, danke!
LG
Gartenperle
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